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16.11.2014 Angebote und Randfiguren in Alstaden und Kalle erzählt die dritte Woche von Erwins Handtuchtrick

Alstadener Straße

Alstadener Straße

Eigentlich ein ganz harmloses Angebot. Das da oben auf dem Foto, auf dem Fensterschild. Das mit den drei Oberhemden und den vier Hosen. Aber was steckt für den gemeinen, oft heftig nachdenkenden Alstadener hinter diesem Angebot? Welche Voraussetzung muss der Alstadener erfüllen, um dieses Angebot annehmen zu können? Natürlich muss er über Kapital verfügen. Und zwar mindestens in Höhe von 15,60 €, wenn er das Angebot insgesamt annehmen möchte. Darüberhinaus muss er im Besitz von mindestens 4 Hosen und 5 Hemden sein. Denn nur dann macht dieses Topangebot Sinn; da er ja ohne eine weitere Hose und ohne ein weiteres Hemd erst gar nicht zur Annahmestelle gehen könnte.
Aber es gibt Menschen hier in Alstaden, die auf dieses Angebot gar nicht eingehen können. Denn sie besitzen nicht nur nicht 4 Hosen und 5 Hemden, sie besitzen nicht einmal 2 Hosen und 2 Hemden. Für solche Menschen gibt es also nicht dieses Topangebot. Für diese Menschen gibt es oft überhaupt keine Angebote. Und wenn es keine (Lebens- & Sozial-)Angebote gibt, so gibt es Sorgen; und wenn es Sorgen gibt, dann gibt es einen meist nicht allzu gesunden und wenig zielführenden Ausweg, wie der Dichter meint: Es ist ein Brauch von Alters her, wer Sorgen hat, hat auch Likör. Aber Likör gibt's leider nicht im Angebot. Und da ist dann wohl einiges im BUSCH, wie man an dieser Stelle sagen könnte. 

- "Tach Heinz."
- "Tach Kalle."
- "Na, peppentechnich allet in Oardnung?"
- "Wieso?"
- "Kehr Kalle, ich mein bei Dein Ulla. Ihr wa't doch ges'sern bei RIO zu'e Mammelgrafie.?
- "Ja, allet mamalecki un' papaletti. 'N Knoten hatt' Ulla nur in der Senkel von ihre Gesundheitspuschen!"
- "Kalle, gipp mich schnell ma' von Dein Feuerwasser aus Flachmannshausen un' erzähl' mich weiter von der Erwin sein Hanttuchtrick."
- "Also. Ers'e Woche ers'et Hantuch: Kopp, untere A'me, sein Tasse, sein Besteck, seine Fingers. Zweite Woche, ers'et Hanttuch: Unt'nrum, der kleine SuppenTopp, un'e Eierfanne. Un' dat zweite Hanttuch dann für'n Kopp un'soweiters. Getz in'ne dritte Woche, nimmp der Erwind dat Hanttuch aus'se zweite Woche für'e Käsemauken, de Klobrille zu'n abwisch'n un' für zu'n wechmach'n von'ne Kalbusterbeeren an sein HämmeriedenAa'sch;! Die an'neren Hanttüchers rutsch'n dann in'ne Reih'nfolge nach weiters."
- "Kehr Kalle, hömma dat is' ja geneaal. Abba auch hüge'enich für'e Riechkolb'n von'ne Umwelt Sauerei."
- "Heinz waa't ma' bloß app, et kommp noch dicker. Erzähl'ich Dich Morg'n."
- "Gipp' mich auf der Erwin ein Trick schnell noch'n Zaubertrunk aus Dein Flachmann für zum besser drübber Nachdenk'n, wie dat mit'tie Reih'nfolge von die Hanttüchers iss'!"

26.09.2014 Tante Emma Laden in Alstaden und Kalle erinnert sich und dichtet über Brüste



Da sieht man sie, die Tante Emma und ihren Laden. Auf dem oberen Bild aus den Fünfziger Jahren bedient sie noch geflissentlich & zuvorkommend eine ihrer Kundinnen. Auf dem unteren Bild ist von "unserer" Tante Emma gerade einmal der Rahmen, quasi das Außengerüst des ehemaligen Ladens übrig geblieben. Hervorzuheben weil anmutend ist jedoch das geschmückte und kunstvoll aufbereitete ehemalige Schaufenster des Ladens. Die Alstadener Bürger, die nach dem Niedergang des Tante Emma Ladens hinter diesem Schaufenster ihre Wohnstätte gefunden haben, gaben dem Ganzen durch ihr Fensterarrangement etwas von der ehemaligen Würde der Tante Emma, die dort freundlich verkauft haben mag, zurück. In gewisser Weise verbindet der Alstadener (manchmal) durch die angemessene Umgestaltung seines Wohnumfeldes die Vergangenheit mit der Gegenwart. Den Blick in die Zukunft wird das ehemals von Kohlenstaub getrübte Auge noch üben müssen. Siehe den Eintrag über über Kinderspielplatz und Abfallsammelstelle: Hier!

- "Hömma Heinz, weiße noch die alten Lädens von früher?"
- "Klaa, weiß ich die noch, Kalle. In de Fuffziger hieß'n die noch Koma, odda Komaläden."
- "Nä Heinz, da tu'se wat verwechseln. Koma is doch dat, wat der Schumacher hatt', alz dä mit sein KinnKanntenKopp in Schnee vor so'n Kawenzmann gedonnert is'. Fährt dä doch jahrelank in den gefährlichsten Spoart auf'e Welt un' dann dötsch dä sich der Dez in Schnee an'nen Stein. Is' dat'nich'ie Irrenie des Schixsals, wi'ma'so'sacht?!??"
- "Mensch lass mich mit den bekloppten Rennfahrer mit sein spitzen Hammakinn. Abba Kalle, ich weiß genau dat die früher Komaläden heißen tat'n. Nach'e Zeche sin'wer doch immer zu'n 'Koma' von der dicke Mubidak un' ha'm 'ne Pulle von den Dortmunder Pißfix gekauf'. Kehr, da muss'e doch noch dran erinnern tun, odda hass'n Loch in dein AlzEimer?!"
- "Hömma, getz weiß ich widder Heinz. Da wa' doch dat töfte Lehrmädchen in den dicken Mubidak, der fies'n Kallerinbunker, sein Laden? Dat hat'toch imma so kess "retur" jesacht hat, wenn et dich 20 Fennije zurückgab?!"
- "Richtich Kalle, getz has'set widder drauf. Un' fällt dich sonz nix mehr dazu ein??"
- "Ja, Mensch hömma Heinz, getz fällt'et mich wie Schupp'n auße Haare. Dat Törtchen in den Laden hatte doch so saftije Möpse, dat die bei'n Bücken imma aus'n Peppenhalter rutscht'n un' auß'e Bluse ihren Ausschnitt hüpfen taten. Desweg'n ha'm'wer doch off bei'n Löhnen für dat Pißfix die Groschens auf'n Linolinumbod'n fall'n lass'n?!"
- "Ich wuss'et! An'ne Möpse erinnert sich unser Kalle imma. Desweg'n hat'se doch auch dä Spitzname "Peppenkalle". Hasse da nich ma'n Gedich' von gemacht?"
- "Ja, hap'ich Heinz."
- "Dann sach doch noch'ma Kalle!"
- "Kehr lass'ma Heinz, is' doch nur so'n Killfit"
- "Komm sach der Spruch doch noch'ma', Kalle!"
- "Abba nur, wenn'ich'n Täsken Assbach krich."
- "Kriss'e rubbeldiekatz, Kalle ... sogaa zwei!"
- "Also, der Spruch wa'so:
"Wupp tatscht dä Kalle Eppelmann
Die Keulens an'ne Peppen dran"
- "Einfach klasse Kalle, Du bis unsern Schiller sein Göte ohne Lockens!!"