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22.12.2014 Ausgebrannt in Alstaden ... hier tragen die Hülsen keine Früchte mehr ... und die Geister üben den Kometen & hören von Beate

Ausgebrannte Grablichter auf dem Alstadener Friedhof

Es geht auf’s Fest zu. 

In den Medien werden die ersten Rückblicke gezeigt, doch viele von uns haben weder die Zeit zurück noch die Zeit voraus zu blicken. - Sie/Wir fetzen & hetzen. Von Geschäft zu Geschäft. Von Besorgung zu Besorgung. Von Ort zu Ort. Ins Geschäfts-Gewusel des CentrO ... an langen Auslagen bunter und auch trister Waren, möglicher "Gaben", vorbei ... 
... die Augen kommen nicht zur Ruhe... ein beständiges Rapid Eye Movement ... zerflackert Hirn & Verstand ... und sie/wir hetzen hektisch meist mit quälenden Gedanken, ob denn auch alles bedacht, gekauft, bestellt und schon abgeholt wurde. 

Sorgen.
Sie sorgen sich um Weihnachtstermine, um Abstimmungen zu den Weihnachtsfesten in der Familie, um Reservierungen in den Restaurants, um Vorbestellungen von Delikatessen und besonderen Speisen zum Fest. 
Und spätestens am 24.12. 2014 so um die Mittagszeit sind sie ausgebrannt wie die Grabkartuschen, die auf dem Foto zu sehen sind. Mit wunden, bunten, schründigen, flimmernden Herzen, die auf irgendeine Erlösung durch irgendeinen Erlöser hoffen & warten ... aber er wird auch dieses Jahr nur zum Schein kommen, nicht mal zum Kerzenschein, sondern zum Geld-Schein beliebig auswechselbarer Wünsche ...

... bei mein Omma gab'et am 1. Feiertag Gans & zu Heilich Abend immer Kartoffelsalat mit Kottlett ... & ich würd'ma sagen, da hatt'n wir damals abber Gans schön Sch(w)ein … stimmp'et oder happ'ich Rech’??

Der Abschweifer am Friedhofsbrunnen


- Hömma, bisse Dich schon an Vorbereit'n? 
- Für watt? 
- Kehr, für der Komeeet an Heilich Abend! 
- Watt soll'ich da vorbereit'n? Du biss der Kopp mit so'n gezackt'n Sternkranz, un' ich bin der Schweif
- Nä! DU! Datt kommp übberhaupp nich in'ne Klümpchenstüte, ICH bin dä Schweif, war ich immer un' war ich letzes Jahr auch!!! 
- Dann kannze Dich ja auch noch an der Ärger mit'n FAUST erinnern, wege'n Dein ömmeligen Schweif?!?? 
- Hömma, da konnt'ich nix dran für!! 
- Watt?!! Du willz mich weiß mach'n, dat Dich dat einfach passiert is’ .... datt der Schweif hint'n immer so'n Bog'n nach ob'n gemach' hat, un so'ne Form hatte, die so unchrisslich unanständich war, datte Lämmers an'ne Krippe feuchte Klüsen hatt'n?! 
- Oh, manno ... bitte, lass mich doch der Schweif mach'n, ich tu'et auch nich' widder!! 
- Weiß'e wie du biss'? Du biss wie diesen Fottokerl, mit den der FAUST letzens pallavert hat!! ... Ich happ da von eine brave Frau, datt Beate Wagner, ein Zeuchniss von die vollste Lidderlichkeit in'ne Urne gefüstert bekomm' ... hömma wat dat Beate Wagner übber der FottoBischeck sagen tut: 
"... da iss' so'n Kerl, der immer mitte Kammera durch Alstaden pirscht und allet knipst, wat ihm vor de Linse kommt. Wer weiss, wat der will, vielleicht is dat son Lüstling, der an die Fotos rumradiert, damit die Frauen nackich sind und dann tuter die im Internetz und verdient sich ne goldene Nase damit. Mein Freundin Trudchen läuft immer vor den weg, dafür is sie zu schenant, nä, nachher findet der Enkel noch Fotos von sie in dat Internetz, dat will se nich. abber datt Luise freut sich, die denkt an eine Karriere als Seniorenmodel und läuft den hinterher, wann immer sie der sieht...!” … 
- Genau datt flüsterte mich datt Beate Wagner, ein hochanständige Dame! Un' genau so ein bisse auch! DU biss’ auch so ein wie der fiesen FottoLüstling!! 
- Hömma, ich versprech’ Dich hoch un’ heilich, in dieset Jahr passiert nix abber auch gaaa' nix. Ich geüb' mitte Bildchens von Heilige Frauns drauf ... da kann ich richtich fromm bei abschweife'n! 
- Dann man bis morg'n, Du ollen FlammenSchweifer!

23.11.2014 Der Fährmann von Alstaden und Heinz ist sauer auf den Totensonntag


Aus dem Buch 'Alstaden', 1998, hrsg. Bürgerring Alstaden

Ziemlich fair von dem Fährmann damals, wie oben auf der Inschrift zu sehen. Für zwei Pfennige quer über die ganze Ruhr. Umgerechnet knapp 'n Cent heute. Von Ruhrufer zu Ruhrufer ... oder heißt es Uhr-rufer? Na, ich weiß nicht mehr, liegt wohl am Schwanken des Nachens in den Wellen der Ruhr. So ein Fährmann war ja schon immer etwas Besonderes. Kennt man ja aus der Mythologie. Der Nachen über den Acheron. Oder der Fährmann Charon, der die Toten über den Styx in den Hades brachte. Sicherlich nicht für 2 Pfennige. Bestimmt umsonst?! Also noch billiger als der faire Faihrmann oben. Vielleicht stammen daher ja der Ausdrücke: 'Faire Preise' oder 'Der Tod ist umsonst'. Dabei ist er das ja eigentlich gar nicht, der Tod, umsonst, meine ich; denn wie ich schon in diesem Blog schrieb, verdienen sich Heisterkamp und Partner ja goldene Nasen am Tode des Anderen. Bisschen sarkastisch könnte man sagen: So ist das Leben! Im Gegensatz zum Tode, dem das Gold nun gar nichts mehr bedeutet. Das war dann wohl hier das Wort zum TotenSonntag.

- "Tach Heinz."
- "Tach Kalle."
- "Heut' iss Tot'nSonntach, Heinz."
- "Kehr Kalle, dat weiß'ich, vadammp!"
- "Hömma, wat bisse denn widder so krawitzich? Is' Dich 'n Selters übbere Leber gelauf'n?"
- "Apopo Selters, gipp mich schnell 'n Schluck aus Dein Flachmann für um auße Deperesson zu komm'!"
- "Bisse denn von den Tot'nsonntach so deperemiert? Du biss' doch sonz nich' so'n GehfühlzHeini?!!"
- "Datt wärs Du an meine Stelle auch, Kalle. Gerda hat gestern der ganze Tach auf'n Alstadner Friedhof die Gräbers von unsere Elters gemach', un' ich musst' in mein AOK-Schopper da sitz'n un' glotzen, wie dat Gerda mit'ti kleine Harke un' so'n FridhofsSchüppken da stundenlank rummacht."
- "Is' doch schön, Heinz, wa'se an'ne frische Luff für Deine Gesuntheit!"
- "Kehr Kalle, so'n Stuss un' datt aus Dein persönlich'n Munt in meine höch's'persönliche Geg'nwa'at: Ers'enz war'et aaschkalt auf'n Friedhof; zweitenz happ'ich an mein Pinnockio so gefror'n dat der Lümmel mit mein Prossata zusamm'n in'ne MännersTena gepullert hat; drittenz hatt'ich Krämpfe in den Gedärms un' konnt' nirngswo Scheißen; un' viertenz, un' dat is' übberhaupp den Gipfel von dat Ganze, wa's Du mit Dein Flachmann nich' da, für mich zum auße Predullje zum helf'n. Also hömmich bloß auf mit Dein bestusst'n Tot'nsonntach!!"
- "Du armen Heinz, hier nimm'noch'n Schluck von den Feuerwasser, damit'te widder auf'e Beine kommps'."
- "Ich bin gelämp' Du Aaa'sch, dat weiße doch genau. Getz mach' hier bloß nich' zwisch'n uns die Inkluson kaputt, Du ollen Kanisterkopp!!"

02.11.2014 Es schwant in Alstaden und Heinz leidet unter einer Depression

Fenster Wilhelm Meinicke Haus

Vom Ruhrdeich aus gesehen

Dem Fenster schwant verhangen schön das Herbstlaub. Heute vielleicht noch der letzte goldene, warme, sonnige, angenehm herbstige Tag. Die Totenfeste sind vorrüber. Gestern war Seniorenfeier auf dem Alstadener Friedhof. Alles was Rad und Nabe an Rollator und Rollstuhl hatte, war vertreten. Auf den Bänken saßen die geduldigen Anwärter für Grab und Urne und raunten blätterleise von Tod und Teufel. Auch die kürbissigen & halloweenen Aktivitäten der letzten Kommerz-Oktobertage 'stummten' sich milde. Es kann Ruhe einkehren. Eine Erntedankruhe. Eine Ruhe wie sie der melodische, aber unhörbare Schwanengesang auf dem oben abgelichteten Fenster verbreitet, das liebevoll von einem Bewohner des Wilhelm-Meinicke-Hauses geschmückt wurde. (Und mal wieder kein Schwan schaut hin!) Die Schwäne zieh'n ... und auch die Wildenten, die man vom Ruhrdeich aus über die Ruhr ihre Formationen fliegen sieht, um die russischen Bomber über dem Europäischen Luftraum abzufangen. Der Alstadener kehrt ein und in sich. Der eine in die Kneipe, der andere ins Gotteshaus und in die eig'ne Seele. Am dunklen fernen Horizont über der Ruhraue zeigen sich die ersten Winterdepressionen.

- "Tach Heinz."
- "Tach Kalle."
- "Is'ja noch'ma' ganz schön wa'am getz, wa?!"
- "Du sach's'et, Kalle."
- "Un'?"
- "Un' wat?"
- "Kehr Heinz, wat'is los? Wat geht app?"
- "Nix, Kalle."
- "Hömma Heinz, Du hass' doch wat?!"
- "Ich happ Deperessonen."
- "Weg'n der Herbs'?"
- "Nä, weg'n mein Gerda!"
- "Weg'n dat Gerda hat'se doch noch nie Deperessonen! Dat gibbet doch nich'! Hat der Kerl wegen seine Olle auf seine letz'n Tage doch ta'zächlich Deperessonen!??!"
- "Happ'ich auch nich' für möchlich gehalt'n, Kalle. Is'abba so!!"
- "Un' aus wat für'n Grunt .... wem'ma'ma' blöd frag'n da'af?" 
- "Gerda will mich valass'n!!"
- "Un' da krix Du A'aschgeige Deperessonen? Früher hätt'ze gejubelt. Erzähl, wat wa' denn?!?"
- "Kann'ich, Kalle, bin zu deperimiert, Gipp mich schnell Dein Flachmann für andere Gedankens."
- "Hier has'se ... abba morg'n erzähl'ze! Un dann auch entlich dat mit'ti Sockens!!"

26.08.2014 Tod Bestattung Evers Beerdigung und Erwin



In der Nähe vom Alstadener Friedhof, in der RuhrSchule auf'm Lickenberg und dort in einem kleinen Seitenraum, da steht er - der TOD! (Von der Straßenseite durch's Fenster fotografiert) Und wenn man sich mal ein bisschen um das Thema Sterben, Ableben, Trauern, Beerdigen kümmert, kann man feststellen, dass der Alstadener, wenn er denn von uns - und damit zugleich von'ne Welt - gehen will oder gehen muss, mit Bestattungshilfen sehr gut in Alstaden sozusagen 'gesegnet' ist. 

Da gibts den Herrn Evers, der wohl mit dem Tod einen Pakt geschlossen hat und darum bei Zeiten all die vielen kleinen Bestattungsunternehmen hier in Alstaden und Umgebung zu den seinen gemacht hat. Bahn, Evers, Heisterkamp, Ocklenburg die sind alle jetzt Evers. Es scheint also so, dass man mit dem Tod ganz gut ins Geschäft kommen kann. Ja, vielleicht sogar ins Geschäft kommen muss, um sich wirklich behaglich im Leben einrichten zu können.

- "Heinz, wat sach'se nu dazu?"
- "Ja, wommama so saren. Der Tod & der Evers annefürsich können ja nix dafür, dat'te apnippeln tus. Ich mein, ma lep ebendt immer so lank bis'se der Löffel appgibs. Und dann bis'se zwa alle und et is Panhas am Schwenkmass, hass abba auch keine Malässe mehr mit der Hämmerieden und die scheiß Prosstata. Drübberhinaus musse dir abba ma klaa' mach'n: Der Tod selps lep ja nur von dein Apnippeln. Stirbse nich, dann stirb dä Sensemann selps, un die Bestatter sterb'n auch aus. Genau dat versuch ja die alte Kosslowski vom Stubbenbaum. Weiße, die Olle von den Friedemann, der ja schon seit lange Zeit sich de Radieschen von unten ankucken muss. Die Olle hat der Friedemann doch pracktich in den sein Grab gemeckert. Die selps is' getz 99 Jahre.

Abba ma' wat anderet. Der Willi von'ne Daimler, dä ham'se patu nich vabrennen woll'n, wegen dem seine Stauplunge. Da wär die Feinstaubbelastung von'ne nähere Umwelt zu hoch. Nä, da sach'se doch nix mehr, wa?!?"