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28.11.2014 Das grause Loch und Heinz wurde nach dem Blasen nach Hause gebracht

Am BERO

Das Loch. Kaum ist eins aufgetan und schon gibt's Menschen, die glauben, etwas darüber sagen oder schreiben zu müssen. Ist das Loch gefährlich? Wenn ja für wen? Führt an diesem Loch kein Weg oder Loch vorbei? Scheint so?! Warum wird man zu diesem speziellen Loch hier hingeleitet? Ist es nur ein Baustellen-Erdloch oder könnte es auch mehr sein? Vielleicht ein vorweihnachtlicher Meteoriteneinschlag mit heiligem Rand? Verbirgt sich in dem Loch etwas? Oder ist es ganz leer? Ist es hOhl. Oder ist das Loch wirklich einfach nur, wie Tucholsky einst schrieb, nur DA ... nämlich da, wo etwas nicht ist ... und das darüber hinaus, mit etwas ungeheuer Merkwürdigem, dem Rand?! Und wenn man sich das in aller Konsequenz überlegt, so ist das Loch nichts anderes als ein umrandetes Nichts und wenn wir also über das Loch reden, reden wir ganz plötzLoch über NICHTS. So wie wir das heute auf der Facebookseite "Oberhausen" machten. Wo von einer netten, jungen Dame vorgeschlagen wurde, dieses Loch aus Sicherheitsgründen mit Glühwürmchen auszuleuchten. Sodass niemand nie in ES phalle!!

- "Tach Heinz."
- "Tach Kalle."
- "Wat sach'se zu den Loch, Heinz?"
- "Wen meinze?, Kalle, den Aa'schloch von mein Nachbar', der Kallerienbunker, mit der dicken Benz, der immer wie'n Dullmann vor meine Karaschje parken tut?!"
- "Hömma Heinz, ich mein dat Loch ob'n auf den Fotto!"
- "Erinner mich bloß nich' an dat! Dat is' mich mehr'alz'n Dorn in'ne Klüsen. In dat bin'ich letzens abenz, als ich aus'n BERO kam mit mein AOK-Schopper reingedonnert."
- "Un'? War'se verletz?"
- "Weiß'ich nich mehr. Die Pollezei hat mich da raus, un' zu mein Gerda nach zu haus gebracht un' gesacht, ich hätt' die Pomille bei'n Blasen über geschritt'n."
- " Un' wat sacht Gerda?"
- "Da gab'et Winterohrlaschen für mich, weil Gerda nur Blasen verstand'n hatt' un' dacht', Pomille wär' so'ne RussenLutsche auß'e Flaßhof. Getz bin'ich auf AssbachDiät gesetz', Scheiße abba auch!!"
- "Komm' Heinz, lass'uns in'ne 'Flotte' auf'n Bierk'n - ich schiep Dich auch an jeden Loch vobei!"

17.11.2014 Menschen aus und in Alstaden und Kalle hat keine Zeit wegen des Heizungseinbaus




Eigentlich müsste man mal eine (Foto)-Serie machen: Liebe, nette, sympathische Menschen in Alstaden. Doch wenn man damit begönne, könnte man gar nicht mehr aufhören, weil es eben nur liebe, nette, sympathische Menschen in Alstaden gibt. Oben auf den Fotos ist einer dieser Menschen zu sehen. Ich habe ihn "erwischt" auf der Eingangstreppe zur "Flotte" im Flockenfeld. Also flott ein paar flotte Fotos von einem flotten, jungen Mann an der Flotte geschossen und flott ins Netz gestellt. Genau das habe ich ihm, dem jungen Mann versprochen, als er danach fragte, wo er die Fotos, die ich von ihm mache, denn sehen könne. Ich stell sie bei Flickr ins Internet, sagte ich. Er verstand's nicht so recht, weil er Flickr nicht kannte. Darum die Fotos nun in diesem Blog in der Hoffnung, sie mögen ihn erreichen. Hier sehen Sie sie, die Fotos. Endlich! Vielleicht sogar auf  der FacebookFanseite 'Oberhausen'. Und ich wünsche mir und Ihnen, dass es Ihnen weiterhin gut gehen möge. Mindestens so gut, wie an dem Tag an dem ich Sie fotografierte.

- "Tach Kalle."
- "Tach Heinz."
- "Watt'is Kalle, bis'se nervös, odda wat bis'se so hibbelich.!"
- " Kehr Heinz, ich happ'e Handwerkers in mein Häusken. Ich muss zurück zu dat Ulla un' kuck'n dat allet richtich läuf'."
- "Wat krisse denn gemach' in Dein Häusken."
- "Die mach'n mich neue Heizkörpers in den Wohnzimmer. Für Energie un' so. Ulla hat die Fitriene ausgeräump' un' schon von'ne Want abgerück, damit'ti besser an'ne Anschlüsse komm'!"
- "Dann geh schnell un' helf Dein Ulla, abba lass'mich noch'n Schluck aus Dein Flachmann nehm'n, bevor'se gehs'."
- "Hier has'se Heinz, spätzenz Übbermorgn happ'ich widder mehr Zeit un' erzähl Dich der Trick von der Erwin weiter."
- "Mach' schön, Kalle. Bis dann."

05.11.2014 Der gewesene Alstadener und Kalle und Heinz betrauern das frühere Oberhausen


Wenn der Alstadener in die Jahre kommt oder schon gekommen ist, dann schielt er gerne (siehe oben). Wie ein Chamäleon kann er unabhängig voneinander seine Augen auf nahezu diametral entgegengesetzte Dinge richten. Auf das Leben einerseits und den Tod andererseits. Ich würd'mal sagen: Leben links, da fortschreitend fortschrittlich; Tod rechts, da zeitlos konversativ. Und das alles vor dem marmorierten Kohlegestein des untergegangenen und fast schon vergessenen, ehemals blühenden Bergbaus. Ein zartes Pflänzchen "Gute Hoffnung" zeigt sich unterhalb der Totenmaske. Aber worauf? Worauf hoffen? Auf den Heilsbringer für ein abgewirtschaftetes, marodes Oberhausen? O Weh- und Wider-ling!!

- "Tach Heinz."
- "Tach Kalle."
- "Kehr Heinz, wat is aus unser Oberhaus'n geword'n? Von Alstaden will'ich ma' ers' ga' nich' red'n?!!"
- "Du sach's'et Kalle! Letzen's auf' Maa'kstraße, da kannze mit'n Schopper Schlalomm zwisch'n de Bettlers un' Kötters fahr'n un' links un' rech's nur die ollen Billichramschlädens. Auf'e an'nere Bürgersteige komm'se nich' mehr an'ne Autos vorbei. Un' Du kuck's nur noch Migerazonsgesich'ers; allet nur'noch Scheiße hier!" 
- "So is'et Heinz. An Berocenter kannze als alt'n Mann a'mds nicht mehr vorbei, da krisse Angs' für Dein Leip un' Leb'n un' sogaa' für'e eig'ne Olle; besonn'ers wennze Am Förderturm geh's, da sieh'se nur noch' die Paselacken rumlauf'n."
- "Hömma Kalle, ich möch' der Tag nich mehr erleb'n wo'se dich nich mehr übber'e Bebel zu den Kleine-Natrop un' übber Flockenfeld zu'e Flotte trau'n tus'."
- "Komm' lass los'ziehn. Schiep mich zu'n Natrop; ich will bei Muschels, Bier un'n Koarn die fiese Welt vagess'n!"
- "Wat'iss mit die OargassmussSockens Heinz?! Erzähl ma' entlich!!"
- "Später Kalle .... bisken muss'e noch wa'ten. Die Wirkung von die Sockens an mein Gerda vergess' ich mein Lebtach nich' ... auch nich nach'ne ganze Kanne Assbach!"

30.10.2014 Flotte Klemme in Alstaden und Heinz erzählt Kalle die Geschichte von den Orgasmus-Socken weiter


Klemme an der "Flotte"
Wer die Klemme an der Flotte findet, kann sie behalten. Die Klemme. Das ist die berühmte Alstadener Klemme. Und da sie nicht lüstern ist, ist sie weit davon entfernt, eine ganz gemeine, sozusagen ordinäre Lüsterklemme zu sein. Das war jetzt eine Kalauerklemme. Aber die abgebildete Klemme ist einfach - im übertragenen Sinne - die Klemme, in der jeder Alstadener und auch jede Alstadenerin ganz plötzlich, ganz ohne Vorwarnung, ja nahezu schicksalhaft stecken kann: Geldsorgen. Existenzangst. Beziehungsschwierigkeiten. Gesundheitsprobleme. Eben Lebensklemmen, die durch Drücken bewirken, dass etwas zwischen, auf, an, unter etwas festsitzt oder festgehalten wird und sich scheinbar nicht lösen lässt. Es wurde eben einfach beklemmend eng im Leben. Zuweilen selbst verschuldet, meist jedoch unverschuldet. Doch in einer solchen Klemme zu stecken, muss kein Grund zur Beunruhigung sein. Man sieht's - auf dem Foto - an der Klemme selbst, dass es immer einen Ausweg gibt. Genauer betrachtet, gibt es sogar zwei. Einen weniger passablen und darum auch leicht verschwommenen nach unten und einen vielsprechenden, direkt im Focus stehenden und damit auch deutlich vorgezeichneten nach oben. Und den, der aufwärts führt, den nehmen die taffen Alstadener, meist nach einem Bier und einem aufmunternden Gespräch an der Theke vom Kleine-Natrop. Oder eben der Flotte. Auch wenn nicht zu sehen ist, wo er letztendlich hinführt. 

- " So Heinz, getz sim'mer hier bei'n Kleine-Natrop nach fünf Bierken, getz abba ma' raus mit'te Sprache von die Sockens!"
- "Kumma Kalle, dat mit die Sockens wa' so. Ich hatte die feddich und bin damit dann ab'nds zu dat Gerda un' hap'zu die gesach': 'Gerda, Du hass' mich versproch'n, die Sockens nachts in Bett anzezieh'n, wenn ich'se feddich hap', un' ich hap'se feddich!!."
- "Un' wat hat'se gesach', Heinz?"
- "Vasproch'n is vasproch'n, hat'se gesach'. Gip mich die Sockens, hat'se gesach'. Ich zieh'se heut Nach' an, hat'se gesach'."
- "Un'??"
- "Kehr Kalle, ich brauch er's noch zwei Biers."
- "Getz abba weiter, Heinz!"
- "Gerda hat'se an'ne Füße un' is' damit in'ne Pofe. Ich bin noch in mein Schopper vor'e Glotze."
- "Abba Heinz, Du wollz doch kuck'n wat passiert. Warum bis'se denn nich auch in'ne Pofe?"
- "Weil mein Gerda imma zuers' geht! Dat wär sonz aufgefall'n. Ich sitz also, in Wohnzimmer in mein Schopper, da hör'ich ....."
- "Wat hör'se, Heinz, nu sach' entlich!"
- "Ich brauch unbedink noch zwei Koarn, Kalle!"
- "Hier has'se. Getz mach'abba!!"
- "Kehr Kalle, ich kann'ich, dat is' einfach ..., ... Du, dat is'... äh ...  nä, Kalle, dat geht getz nich'. Ich erzähl Dich morg'n in'ne Flotte allet. Ährlich ... nach 6 Bier auf Dein Deckel."
- "Vasproch'n??"
- "Vasproch'n, Kalle!!"

25.10.2014 Das Flottenfahrrad und Heinz hat Angst vor Ebola und Kalle dichtet dagegen

An der "Flotte" am Stubbenbaum


Es gibt ganz, ganz gewiefte Alstadener. Hier ist wohl einer von den Gewieften in der "Flotte" am Stubbenbaum eingekehrt. Damit ihm sein tolles Fahrrad nicht geklaut wird, während er gerade für die Weiterfahrt ein, zwei Schlückchen Energie tankt, hat er sein Fahrrad nicht nur an den Schildermast gekettet - nein!- er hat's zusätzlich auf den Kopf gestellt, damit es niemand als Fahrrad erkennt und ihm zugleich das Hinterrad amputiert. Man kann in die Flotte auch einfach so: Ohne Schiff, ohne Fahrrad und auch ganz ohne Grund ... nur um nette Leute zu treffen, mit ihnen zu reden, mit ihnen zu essen und um mit ihnen zu trinken ... mal weniger ... mal etwas mehr.

- "Kehr Heinz, has'se noch immer nicht die OrgasmussSockens feddich gestrick'?"
- "Nä Kalle, dat Sitz'n hier in'ne Bude auf den klein Soffa macht mich ganz kirre. Ich hap an nix mehr Luss'. Sogaa' dä Assbach schmeck mich nich mehr so richtich. Ich muss einfach ma' widder raus in'ne weite Welt von die Flotte, der Kleine-Natrop, der Alstadener Hof, der Filmriss unn'e Flaßhof!"
- "Abba dein Gerda hat doch gesach', wennze mit Strick'n feddich biss, krisse Dein Schopper zurück un' darfs widder raus. Nu tu'ma entlich, Heinz!"
- "Abba et gelink'mich nix ... un' getz auch noch Ebbulla bei uns. Hasse in Fern geseh'n, Kalle? Da hat'uns so'n Schwatt'n Ebbulla hier in unser Stadt gemach'. Nä, Kalle, ich hat in den Pütt nich' soviel Angs' vor dat Schlagwetter wie getz hier auf meine alt'n Tage vor dat Ebbulla!"
- "Hömma Heinz, dat is' doch vorbei. Dat wa' doch der falsche Alarm von den Alarm. Der Schwatte hat nur der Dünnflitsch gehapp'."
- "Woher weiße dat Kalle?"
- "Von der Werner auß'e Daimler ... weiß'e der fliegende Pläboi, dä King von die 1 Euro-Lädens!"
- "Kannt' der Werner denn der Schwatten?"
- "Bestimmp! Der Werner kennt'se alle, un' der Werner weiß allet. Wennze dä Werner wat fragen tu's, dann weiß der dat schon, bevor'se der frachs'! Weiß'e dä sacht doch in'ne Kneipe auch immer dä schöne Spruch: Is wat Dünnflitsch in dein Mag'n, is' Dich mau an solche Tag'n"
- "Is dat auch'n Dichter? Wie Du, Kalle?"
- "Ja Heinz, dat is der ... noch besser als wie ich. Hömma, ich muss da ma' unbedink widder Ein'n rauslass'n. Ich hap da'n neuet Gedich' auf dat Ebbulla!"
- "Lass'et raus, Kalle. Lass'et einfach raus!!"
- "Dann hömma zu, Heinz:

Bis'se ma in Affrika,
pass Dich auf mit Ebbulla!
Bis'se an Himmalaja,
krisse ganz leich' Schneebbulla.
Bis'se dann bei Edeka,
sieh'se meine Olle da bei Kauf'n von Kotzmetika.

- "Dat is' aa'sch tiefgründich, Kalle. Wirklich Kalle!! Ich bin so ergriff'n, dat ich sofort 'n Schluck aus Dein Flachmann brauchen tu."
- "Hier has'se, Heinz, un' nimm' tüchtich!."
- "Prossata Kalle, auf Ebbulla un' alle!"





10.10.2014 Der Haken von Alstaden und Gerda macht Pilates und ist herzlos

Bebelstraße am Aldi
Ich wusste es doch. Es musste einen Haken an der Sache geben. Und irgendwo musste dieser Haken zu finden sein. Es gibt einfach nichts im Leben, ohne einen Haken. Warum sollte das in Alstaden anders sein? Es gibt so viele schöne Dinge in Alstaden, die wirklich schön sind. Und zwar so Dinge wie ... ?! ....?? - ach, die fallen mir ganz bestimmt später noch ein. Ansonsten mal beim Bürgerring nachfragen. Oder sich Anregungen bei einem Bier im Kleine-Natrop, in der Flotte oder im Alstadener Hof holen. Na ja, der Haken von Alstaden?! Auf dem Bild ist er zu sehen. Und gefunden wurde er auf der Bebelstraße schräg gegenüber dem 'Filmriss' und direkt gegenüber dem Verrottungshaus- & grund. An diesem Haken wird Alstaden punkt 24:00 Uhr hochgezogen (sehr wahrscheinlich in den KEWER-Himmel) und morgens gegen 5:00 Uhr auf der Ruhrgebietserde wieder abgestellt. Man kann also sagen: Ohne Haken käme Alstaden gar nicht zur Ruhe.

- "Tach Heinz."
- "Tach Kalle."
- "Bevor'e wat sachs Heinz, will ich bei gestern noch'ma einhak'n!"
- "Ich sach' doch gaa nix Kalle. Abba mach Du ma' Dein Haken"
- "Ja, ich mein ja auch nur, bevor'ße wat sach's ... weiß'e bevor ...!"
- "Kehr wat willze denn, Kalle. Sach'et doch entlich odda lass'et!"
- "Dat mitti Möbelpolletur gestern, fant'ich üüü-bber-haupp-ttt nich' jut, Heinz."
- "Ma' lammsam, übberschlag Dich nich' mitti Wörters ... Ja, meinze denn ich fant dat jut, Du ollen Eierkohlenrundlutscher?! Mich is' getz noch ganz schlubberich bis schlubberant in den ganzen unteren Gedärms. Un ich bin von mein Dödel an appwärz gelämp, un zwa' getz noch mehr alz immer. GELÄMP, sach'ich nur." 
- "Dat war'ße doch auch schon vor die Möbepolletur?!"
- "Abba getz auch in'nen Kopp un' die Klüsen. Irngxwie seh ich nich' mehr richtich ... un' is' auch allet so dunkel in meine Welt. Ich glaup' ich hap von diese Möbelpolletur so'n Komma wie dä Schumacher!"
- "Nä Heinz, wat Du hass', is', dat'te Deine olle Schweißerbrille auf'e Nase has'. Deswegens sieh'ße allet so dunkel."
- "Sach ich doch Kalle, ich hab'et im Kopp! Dat Trinken gestern von'ne Polletur hat mich alle Gedankens durch'nander gemach'. Fühlt sich an, alz hätt'ich dä Alstadener Haken mitt'n in'ne Birne."
- "Abba wieso hasse die Schweißerbrille auf, Heinz?"
- "Weil, wenn dat Gerda morgens nach'n Aufsteh'n ihr'n Pilatus für ihre Fittnäss machen tut, muss ich de Schweißerbrille anzieh'n, weil ich diese Putzwutgratzie bei ihre sportliche Verrenkung'n nich' kuck'n da'f. Un' durch'e Möbelpolletur von gestern in mein Kopp hap'ich ganz vagesse'n, dat ich die noch aufhap."
- "Hömma, Dein Gerda hätt' uns klatt mit'ti Möbelpolletur in'net Grap mach'n könn'n!!"
- "GEEEERDA! GEEEEERDAAA!! Hasse dat gehört, wat dä Kalle gesach' hat?"
- " Klaa Heinz, wa' ja nich' zu übberhören bei sein Kommisston in'ne Stimme!"
- "Un', wat sach'se zu die von den Kalle vorgebrachte tödliche Tatsache mit den 'in Grap bring'n' von Rentners durch Möbelpolletur, Geerda?"
- "Schade, dat'et bei Euch schon widder nich' geklapp' hat, Heinz. Dat sach'ich dazu."
- "Ba Gerda, biss'u herzlos, Gerda! un' dat nennt' sich Ehefrau?!"
- "Herzlos bis' Du, Heinz, wennze alz besoff'nen Ehemann abmds bei'n Fernseh'n ein nach'n andern von Deine übelste Assbachfürze zieh'n läss un' behauptes', der Gestank is' von'ne Erderwärmung."

04.10.2014 Alstadener Lebensphilosophie und Kalle hilft Heinz mit der Kneipkur aus der Depression


Eigentlich gehört das kleine Gefährt auf dem Foto oben wohl in die Liricher Straße, die ein wenig abseits des Alstadener Gebiets liegt. Jedenfalls weist das aufgeklebte Werbe-Plakat dies aus. Doch es verströmte seinen nostalgischen Kinderspielzeugcharme hier in Alstaden in der Alleestraße. Und es machte dort orangegelb darauf aufmerksam, dass es im Leben noch etwas mehr geben kann, als das alltägliche Hetzen & Hasten & Streben nach Dingen, die man nur zu einem geringen Teil wirklich benötigt. Wichtiger ist, so scheint es nach Meinung der Menschen zu sein, die dieses Plakat initiiert haben, dass man sich um seine Atmung kümmert, sich angemessen konzentriert, sich bewegt und sich eine, wenn auch nicht unbedingt praktische, so doch praktikable Lebensphilosophie zulegt. Und all das gilt wohl auch für den Alstadener im Allgemeinen, der nicht beständig vom Grau des Alltags in einen nervösen Nebel gehüllt sein möchte. Und dies kleine Gefährt suggeriert darüber hinaus, dass all das, was man braucht, seinen Platz in diesem kleinen "Modell"-Auto finden kann: Mindestens  aber zehn Kästen Bier.

- "Tach Heinz, wie geht dich heut mit de Blähjungs? Is'et dich besser wie gestern?"
- "Frach mich ma, Kalle."
- "Tu'ich doch hiermit offizzi'ell."
- "Hömma Kalle, irnxwie is' dat für mich in den Le'm nix mehr."
- "Bis' nich' imma so pessemistisch, Heinz. Dat mit'ti Blähungn is doch kein Beinbruch. Dat hat mein Ulla auch öff'ers, besonders wenn dat Knowi in Sallat gemach hat."
- "Na danke! Dat 'mit kein Beinbruch' muss'se unbedink ein' an'ne Beine Gelämpt'n wie mich an'n Kopp schmeiß'n! DU bis' mich'n 'n waaren Kumpel!"
- "Kumma Heinz, so mein ich dat'doch nich'. Ich mein bloß, datte bisken posetiwer sein sollz."
- "Wie soll'ich denn posetiwer sein? Von mein DingsBumms an apwärz gelämp, an' AOK-Schopper gefesselt, Komputer mi'ti geile Bilders kaputt ... un'ne Olle, die ein'n nich' ran läss un der ganze Tach nur putzn tut. Un immer muss'ich mich neue Vastecke für mein Assbach überlegn. Dat is' doch kein Le'm, Kalle."
- "Dann kuck'ma da, wat auf die Nuckelpinne von die Taiwans steht?!?!! Du brauch's dring's 'ne pracktiche Le'msfillesofie!"
- "Wat'n für'ne Le'msfillesofie. Ich brauch vier Assbach un paa Bierkes! Dann geht mich dat auch ohne Fillesofie widder bess'ens."
- "Du brauchs de Alstadener Lebensfillesofie von den berühmten Kneip! Heinz ... un' ich helf dich praktisch dabei durch Schopperschieben von'ne Kleine-Natrop bis zu'e Flotte un' zu den Alstadener Hof un widder zurück in'ne Kleine-Natrop ... un'soweiters ... unsoweiters."
- Wo'ße Rech' hass, has'se Rech', Kalle. Los fang an mit Schopperschiebn. Mit'n Gedank'ns an diese berühmpe Kneipenkur geht mich schon viel bessers in meine Depresson."

02.10.2014 Flotten Trecker in Alstaden und Kalle erklärt an Karl Lagerfeld Zeit und Verfall

Trecker neben der "Flotte"
Wir nannten sie Trecker. Einige wenige sagten Traktor dazu. Und die ganz Ausgebufften, die wirklich Informierten unter uns Jungs nannten sie Zugmaschinen. In den fünfziger Jahren sah, hörte & roch man noch einige der Trecker durch die Alstadener Straßen dieseln. Sie zogen Kohlenanhänger hinter sich her. Oder sie zogen - wie der Klüngelspitt (oder Klüngelskerl) mit seinem Trecker - einen Anhänger voller Schrott. Da gab es noch richtige, innerstädtische Schrottplätze. Und wenn man in der Schule nicht so richtig mitkam und nicht lernen wollte, wurde man von den Eltern gleich rhetorisch gefragt: "Sach'ma will'ze Klüngelspitt in dein Leb'n werden? Und anlässlich dieser Frage wusste man sofort, dass man sich im Unterricht wieder etwas mehr "anstrengen" musste, um später im Leben etwas 'Richtiges' werden zu können. Und etwas 'Richtiges' war man in den Augen der damaligen Nachkriegserwachsenen, wenn man es geschafft hatte, wohlhabend zu sein. Dabei war der Schrotthändler (der Klüngelspitt) damals einer der reichsten Mitbürger in unserem Viertel. 
Heute ziehen diese alten, nostalgisch aufbereiteten, bunt bemalten Trecker meist Karnevalswagen durch die Straßen. Diese Zugmaschinen hatten früher etwas wunderbar vertraut Stubsnasiges, sozusagen etwas Lebensbejahendes, etwas Lustiges, wenn sie tuckernd Rußwolken hinter sich her ziehend durch die Straßen nagelten. Jetzt aber scheinen sie, trotz ihres "Flotten" Auftritts eher traurig zu sein. Traurig dreinblickend wie die einst kraftvollen Ackergäule, die als billige Vorstadtzirkuspferden ausstaffiert und abgerichtet wurden. 
'Was ist Zeit?', werde ich hin und wieder gefragt. Und ich antworte: Zeit ist Verfall. Und dies zeigt sich besonders deutlich an der unzeitgemäßen Verjüngung und damit nostalgischen Ver-Wendung des Alten. Die meisten von Ihnen verstehen das Gemeinte sicherlich besonders gut, wenn ich veranschaulichend den Namen: Karl Lagerfeld hierher setze.

- "Sach'ma Heinz, kennz' der Lagerfeld?"
- "Is'dat der, der hier in'ne Benzstraße dat kleine Häusken hat?"
- "Nä, Heinz. Nä, der Ernst Lagerfeld mein'ich nich'!"
- "Hömma Kalle, dann kenn'ich nur noch dat Lager, abba ohne Feld dran. Weiß'e dat Bier, dat kennz Du doch bestimmp auch?"
- "Ja Heinz, dat Bier kenn'ich, dat schmeck mich abba nich. Dat Lager is'n Pissbier." 
- "Ich mein abba der Lagerfeld auße Mode, der mit die weiße Porücke, der immer die Kleiders für dat schöne Schiffer jenäht hat."
- "Ach du meinz der bekloppten Detleff, der die schwatten Hantschuh ohne Fingers vorne an hat, un der weißgemachtn Ferdeschwanz in Haar hat, un der wie so'n Schnellfeuergewähr sprich."
- "Genau Heinz, dä mein ich!!"
- "Der seh'ch scho'ma in'ne Glotze, kuck abba meis' wech bei diese Arschglocke. Wat willze von den, Kalle?"
- "Nix."
- "Wennze nix von den willz, warum frach'se mich dann Löcher in'ne Wampe nach den heiteitei Modedetleff?"
- "Sach'ma Heinz, hasse dich scho'ma Gedankens übbere Zeit gemacht?"
- "Kehr Kalle, getz hör abba ma entlich auf. Ers' komm'ße mich mit der scheiß Modedetleff un getz mit'ti Zeit. Fängse villeich widder mit dein fillesofischen Kram an? Trink dich lieba 'n Assbach, bevor'se diese äppeläp'ische Geis'sesanfälle bekommps."
- "Kumma Heinz, der olle Kaal Lagerfeld is zwei Zeit in eine Person. Wo gibbet dat schon?"
- " Versteh'ch nich'. Wie soll dat Kalle?"
- "Ja, kuck dich dä ma' doch'ma richtich an, Heinz. Der is' von vorn ne ägüppische Mumie un von hintn 'n wie so'n Magermoddell, un der kann so schnell sprech'n, dat der dabei wie in den Film zerrück inne Zukunft kommp. Der überholt sich bei'n Quasseln selps auf' rechte Spur von sein Leb'n un kommp inne Zukumf da an, wo der selps noch nich' gewesn is."
- "Is dat'de Rellatiwitätstherie?"
- "Du sach's'et Heinz!"
- "Un' wieso sieh'ße die olle Pappnase dann so off in den Onlein?"
- "Weil dat Internetz ebendt de Zunkumf is, Heinz."
- "Ich merk schon Kalle, Du bis widder so weit, dat ein raushau'n muss. Sach entlich dein neuet Gedich'."
- "Soll'ich ährlich, Heinz."
- "Kehr, mach' hin, Kalle!! Wir müss'n noch in'ne Flotte!"
- "Abba auf deine Verantwortung, Heinz. Also pass'auf. Der Titel von den Gedich' geht so: Zeit un' Alter un' Verfall.

Tut der Vergleich auch ziemlich humpeln,
In Alter Obs' un' Möpse schrumpeln.
Denn'et verfallen Zeit un' Welt,
Dat sieh'ße an Kaal Lagerfeld!

- "Alz'e dat Gedich' gemacht hass', Kalle, war'se abba so wat von knülle, wa?
- "Komm los, ich schiep Dich getz entlich zu'n Saufen, Heinz!"