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28.10.2014 Punkt 24 Uhr auf dem Friedhof und Kalle und Heinz wollen Geister werden

Vermessungspunkt auf dem Friedhof Alstaden
Punkt!! Da ist er. Der Punkt. "." Der Vermessungspunkt. Mitten auf dem Alstadener Friedhof zwichen Flockenfeld und Heiderhöfen ist dieser Vermessungspunkt so vermessen, einfach auf dem herbst-rauen Boden dort herumzuliegen. Meist unbeachtet von den andächtigen, grabpflegenden Friedhofbesuchern. Aber zur mitternächtlichen Stunde ist er sehr geschätzt von den in Ewigkeit Ruhenden zur Orientierung im raumzeitlosen Universum ihrer fortwährenden Abwesenheit. Hier treffen sie sich. Die ruhelosen, halloweenen Geister, um des Nachts ihren verwesenden Schabernack zu treiben und um immer wieder erneut zu versuchen, die unmöglichen Eckpunkte der unbegreifbaren Ewigkeit zu vermessen.

- "Tach Heinz."
- "Tach Kalle."
- "Macht der Blutdruck, Heinz?"
- "Zu hoch, Kalle."
- "Hömma, an'ne richtige Stelle, kann so'n ordentlich'n Blutdruck doch ganz schön sein?!"
- "Wie meinz'e dat, Kalle??"
- "Kehr Heinz, bis'su schwer von Kappee. Ich mein' an Dein Moppet! Da 'n or'ntlich Druck un' app dafür!!"
- "Ja, abba genau da happ'ich dä nich', dä Druck. Da is'ser hängelich, schlappich, niedrich."
- "Wo has'se der denn?"
- "In'ne Pumpe un' in Kopp."
- "Un' wat sach'der Dokter, Heinz?"
- "Kein Assbach! Kein Stumpen!"
- "Un' getz?"
- "Wat: Un' getz, Kalle?"
- "Kehr, wat mach'se getz, Heinz?"
- "Assbach! Un' Stumpens! Dat mach'ich!!"
- "Un' wennze davon stirps'?"
- "Dann bin ich alle, Kalle!!" 
- "Kumma, wir machen dat so Heinz: Ich sauf weiter für mein prognosziert'n Leberschaden un' Du für Dein Schlaganfall. Un' wenn wir dann in'ne Kiste auf'n Alstadener Friedhof lieg'n, treff'n wir uns nach's als Geisters an der Vermessungspunk', zieh'n durch Alstaden, un' erschreck'n die geile Keulens, wenn die mit so'n lufftich Püschama in'ne Pofe lieg'n."
- "Abba Kalle, ich kann doch nich um'me Häusers zieh'n, ich bin doch ap der Pinnockio appwärz gelämp, un' der Schopper kommp' doch nich' mit in Grap?!"
- "Kehr Heinz, alz Geist tu'ße doch schweb'n. Da brauchs'e kein AOK-Schopper mehr. Da brauchs'e nich'ma' Füße! Da schwep'se, un' schwep'se, un' schwep'se ... wie auf Wolke sieb'n!"
- "Kalle, Du bis'n echt'n Kumpel. Tu mich schnell 'n Schluck von dein Flachmann für zum Üb'n von schön sterb'n."
- "Wat'iss ein'tlich mit'ti Oargassmusssockens, Heinz??"
- "Happ'ich feddich, Kalle. Erzähl'ich Dich die Tage!"

26.09.2014 Tante Emma Laden in Alstaden und Kalle erinnert sich und dichtet über Brüste



Da sieht man sie, die Tante Emma und ihren Laden. Auf dem oberen Bild aus den Fünfziger Jahren bedient sie noch geflissentlich & zuvorkommend eine ihrer Kundinnen. Auf dem unteren Bild ist von "unserer" Tante Emma gerade einmal der Rahmen, quasi das Außengerüst des ehemaligen Ladens übrig geblieben. Hervorzuheben weil anmutend ist jedoch das geschmückte und kunstvoll aufbereitete ehemalige Schaufenster des Ladens. Die Alstadener Bürger, die nach dem Niedergang des Tante Emma Ladens hinter diesem Schaufenster ihre Wohnstätte gefunden haben, gaben dem Ganzen durch ihr Fensterarrangement etwas von der ehemaligen Würde der Tante Emma, die dort freundlich verkauft haben mag, zurück. In gewisser Weise verbindet der Alstadener (manchmal) durch die angemessene Umgestaltung seines Wohnumfeldes die Vergangenheit mit der Gegenwart. Den Blick in die Zukunft wird das ehemals von Kohlenstaub getrübte Auge noch üben müssen. Siehe den Eintrag über über Kinderspielplatz und Abfallsammelstelle: Hier!

- "Hömma Heinz, weiße noch die alten Lädens von früher?"
- "Klaa, weiß ich die noch, Kalle. In de Fuffziger hieß'n die noch Koma, odda Komaläden."
- "Nä Heinz, da tu'se wat verwechseln. Koma is doch dat, wat der Schumacher hatt', alz dä mit sein KinnKanntenKopp in Schnee vor so'n Kawenzmann gedonnert is'. Fährt dä doch jahrelank in den gefährlichsten Spoart auf'e Welt un' dann dötsch dä sich der Dez in Schnee an'nen Stein. Is' dat'nich'ie Irrenie des Schixsals, wi'ma'so'sacht?!??"
- "Mensch lass mich mit den bekloppten Rennfahrer mit sein spitzen Hammakinn. Abba Kalle, ich weiß genau dat die früher Komaläden heißen tat'n. Nach'e Zeche sin'wer doch immer zu'n 'Koma' von der dicke Mubidak un' ha'm 'ne Pulle von den Dortmunder Pißfix gekauf'. Kehr, da muss'e doch noch dran erinnern tun, odda hass'n Loch in dein AlzEimer?!"
- "Hömma, getz weiß ich widder Heinz. Da wa' doch dat töfte Lehrmädchen in den dicken Mubidak, der fies'n Kallerinbunker, sein Laden? Dat hat'toch imma so kess "retur" jesacht hat, wenn et dich 20 Fennije zurückgab?!"
- "Richtich Kalle, getz has'set widder drauf. Un' fällt dich sonz nix mehr dazu ein??"
- "Ja, Mensch hömma Heinz, getz fällt'et mich wie Schupp'n auße Haare. Dat Törtchen in den Laden hatte doch so saftije Möpse, dat die bei'n Bücken imma aus'n Peppenhalter rutscht'n un' auß'e Bluse ihren Ausschnitt hüpfen taten. Desweg'n ha'm'wer doch off bei'n Löhnen für dat Pißfix die Groschens auf'n Linolinumbod'n fall'n lass'n?!"
- "Ich wuss'et! An'ne Möpse erinnert sich unser Kalle imma. Desweg'n hat'se doch auch dä Spitzname "Peppenkalle". Hasse da nich ma'n Gedich' von gemacht?"
- "Ja, hap'ich Heinz."
- "Dann sach doch noch'ma Kalle!"
- "Kehr lass'ma Heinz, is' doch nur so'n Killfit"
- "Komm sach der Spruch doch noch'ma', Kalle!"
- "Abba nur, wenn'ich'n Täsken Assbach krich."
- "Kriss'e rubbeldiekatz, Kalle ... sogaa zwei!"
- "Also, der Spruch wa'so:
"Wupp tatscht dä Kalle Eppelmann
Die Keulens an'ne Peppen dran"
- "Einfach klasse Kalle, Du bis unsern Schiller sein Göte ohne Lockens!!"

4.09.2014 Parken auf Gehwege und Heinz und seine Fotos

Charlottenstraße. 46049 Oberhausen

Charlottenstraße, 46049 Oberhausen


Eingeparkt und zugeparkt und abgestellt und abgehakt. Auch wenn es der Alstadener zuweilen im Privaten ziemlich gemütlich eng liebt und ihm dies auch gegönnt sei, so unangebracht ist dieser Hang zur Nähe und Enge jedoch im öffentlichen Raum, wenn es darum geht dem anderen hinreichend Platz auf dem Bürgersteig einzuräumen. In dieser Hinsicht könnte sich der Alstadener Autofahrer etwas rücksichtsvoller zeigen. Oft sind es kaum 60cm, die dem Fußgänger zwischen Häuserwand und parkenden Autos bleiben. Besonders darunter zu leiden haben die Rollstuhlfahrer und all die, die aus den verschiedensten Gründen etwas vor sich herschieben müssen. Manche einen Kinderwagen, andere, meist ältere und gebrechliche Mitmenschen einen Rollator.


- "Hömma Heinz, wat sach'se zu den Problem!?"
- "Ach hömmich doch auf Erwin. Off komm ich mit mein Schopper nirnx mehr durch in Alstaden. Für der Franz mit sein Elektrokarren is noch schlimmer. Immer steckse irnxwo auf'n Bürgersteig fess. Ich hap'mir so'n klein Fottoparat untn an mein Schopper gemach' un foterafier dat allet. Dat mitti die Autos un dat mit den kein Platz für'n Schopper un so. Zu Haus kuck ich mich die Fottos dann an mein PC an, sortier die, schreip die Nummers auf, un' schick die Bilders nach'e Polente. 
Da sitz ich letzens widder an PC für die Fottos zum Kucken und da krich'ich von hintn wie blöd ein'n an Kopp gedonnert, so mit Schmackes dat ich Sternkes vor'e Klüsens hatte. Ich dreh mich rum, un seh meine Olle mitte roten Birne in ihr'n ganzet Gesich hinter mich auf mein Bildschirm glotzn. 
Ich: "Bisse beklopp, Gerda?! Wat haus'se mich so?"
Ette: "Wat sin'n dat für Fottos?"
Ich: "Weiße doch, von'ne Autos auf'n Bürgersteig wegen Anzeige un so."
Ette: "Un dat'ta, wat is dat'ta? Dat is kein Auto. Dat is ganz von tief von unt'n 'n Frauenarsch, du Spannerschwein!"
- "Un da seh ich et selps Erwin. Ich schwör, ich wusst dat nich'! Da hat ich doch tatsächich 'n Fotto von so'ne Keule in kuarzen Rock jemach', wie die sich nach wat bücken tut. Un da konnze auf den Fotto bis in'ne Kapaten un noch weiter bei die kuckn. JungeJunge."
- "Un wat sacht Gerda?"
- "Getz nix mehr. Abba die hat mit so'n riesn Motteck den Fotto an den Schopper un mein PC kaputt jemacht."