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24.12.2014 Heiliger Brauch in Alstaden und bei Regen kriegt der Geist scho'ma den Blues

Freundschaftsring am Haken in Alstadener Straße


Alter Brauch. Den kannte ich nicht. Jedenfalls nicht so. Aber er wird wohl auch nur im tiefsten, alten Alstaden praktiziert. 
Wie auf dem Foto zu sehen ist, hängen die Alstadener am Heiligen Abend gerne ihre Freundschaftsringe raus. Mit Vorliebe an kleine natürliche, putzige Haken, die der possierliche Alstadener oder die possierliche Alstadenerin an Dachrinne, Traufen und putzigen Regenabläufen aller Art an den Häusern in den dämmerigen schon heftig weihnachtlich eingestimmten Alstadener Straßen vorfindet. Wirklich sehr putzig!
Er bzw. Sie möchte wohl damit an diesem heiligen Tage, der eigentlich immer nur ein Abend ist, zum Ausdruck bringen, dass es ihm/ihr um Freundschaft geht. 
Einmal um die, die er selbst entgegengebracht bekommen möchte, zum anderen selbstverständlich auch um die Freundschaft, die er anderen entgegen bringen mag.
Ganz verwegene Alstadener & Alstadenerinnen hoffen sogar auf innigste Liebe. 

Auf DIE Liebe. 

Auf die EINE, die IHM begegnen möge. Oder: 

Auf den ANDEREN, der IHR begegnen möge. 

Und betrüge die Zeit des Austragens (nein nicht die des lokalen Wochen-Anzeigers) zwölf Monate statt der üblichen neun, so lägen im nächsten Jahr am 24.12.2015 sehr viele Christkinder in den modernen Krippen unserer Alstadener Bürger. 

Der HEILIGE ABEND das FEST DER LIEBE!! Mit dem Ergebnis schon Ende September!


- Hömma, is nass! Rechnet!!
- Bin ja nich' taub, dat seh ich.
- Scheiße ausgerechnet getz, wo wir der Komet mach'n müssen.
- Kehr, ich weiß, datt is’ beklopp'! Un' ma' muss da immer mitti GeistGasFlasche so kräftich pump'n, datt die Flamme nich' ausgeht. Abber watt willze mach'n. Iss an Heilich Abend numma unsern Job!!
- Warum müss'n wir unbedink in Alstaden inne Urne sein? Un' nich' bei die Bethelmanns un' bei die Jerusalämmers?!
- Schicksal. Kehr, der eine stirb da, der andere da.
- Wo? - ?! -? Wo .... Is schon widder ein abgekratz'? Ich seh kein'.
- Nä, Mann, ich mein datt doch ganz allgemein. Wie'ma so sacht: Geh'se nich hier, dann geh'se da! Zieh entlich Dein heilich Geistmützken an un' app dafür!
- Kehr, ich würd viel liebers heut der Esel in'ne Hütte mach'n. In Trock'nen!
- Der Esel bisse, un' der Esel mach'se immer, jeden verdammpen Tach mach'se der Esel. Abber heut mach'se der Komet’nschweif! Kappiert?!!
- Mit villeich’ .... -?-!-?? ... mit klein bisken hoch hinten?!?
- Nä, nich' mit bisken hoch hint'n einfach ganz nomal mach'se der!
- Daa'f ich an den heiligen Tach denn übberhaup kein Spass ha'm?
- Doch daa'fs'e. .... Nach'e Aufführung daa'fs'e in den neuen Dreh-Aschenbecher in den Alstadener Kollebarium so lank Karussell fahren, bisse so beGeistert biss, datt'e de Engels sing'n hörs'!
- Kehr, hömmich bloß mitti Engels auf, datt sin' doch allet GeisterTransen. Da nehm' ich mich liebers so'n klein hibbelich Glühwürmchen.
- Komm, quatsch nich'! ... Getz app in der dunkle, nasse Himmel!
- Kumma äh, kumma schnell ... hier an mein Flamme … ich krich der Geister-Blues!
- Mach bloß datt Deine Flamme widder gelb wird. An Heilich Abend gibbet kein blau'n Komet!!

18.12.2014 Aus der Serie Alltagshelden und wie komme ich über die Runden ... und es geistert wieder




Die wir vergessen ....

... aber ich habe versprochen, ihn nicht zu vergessen ... 


... wie Flasche leer ... ER sammelt sie, die leeren Flaschen & Dosen. Nicht in der ganzen Stadt, sondern vorwiegend in Alt-Oberhausen. Ich traf ihn im Sommer in der parkähnlichen Anlage zwischen Grenzstraße, Scharnhorststraße, Gutenbergstraße und Friedrich-Karl-Straße. 
Er zog einen großen, alten, verschlissenen, mit fadenscheinigem Stoff bespannten Buggy hinter sich her, der schon zu dreiviertel mit leeren Plastikflaschen & plattgetretenen Dosen gefüllt war. 

"Darf ich Sie 'n bisken Fotografieren?”, fragte ich ihn ... und er antwortete: "Abba nur wenn'se nich' mehr "bisken” sagen. Ich hör' doch dat'Se aus'n Rheinland komm'n! Auch wenn ich leere Flaschens sammel, bin ich noch lank nich' leer in Kopp!" … !! - !!! - "Ich mach abba nix hier, so Männekens odder so, für den Fotto!"
Nä, sagte ich, müsse er auch nicht. Ich würd einfach mal drauflos fotografieren und ihm dann die Fotos auf dem Display zeigen. "Aha", sagt er gelangweilt & desinteressiert, "müsssen Se mich abber nich' auf den Disdings da zeig'n, will' ich gaa' nich' kuck'n!"

Während des Fotografierens er fuhr ich, dass er nur eine sehr bescheidene Rente erhalte, die nicht so richtig zum Leben lange. Er aber auch nicht zum Amt wolle, um von dort zusätzlich Geld zu bekommen. Die Menschen schmissen heute so viel weg und kümmerten sich nicht um die Pfandrücknahme, dass er mit ein paar Stunden sammeln am Tage ganz gut über die Runden komme - WENN er denn nicht krank werde. 
Nur mittlerweile sei es schon so, dass von jüngeren Leuten auch gewerbsmäßig gesammelt werde und da sei es an manchen Tagen und in manchen Ecken von Alt-Oberhausen schon schwierig den Buggy mit leeren Plastikflaschen und den Dosen zu füllen.

Aus: klamm.de, 2013
"Weil er Pfandbehälter sammelte und dadurch Einkommen erzielte, muss Eduard Lüning jetzt Steuern an das Finanzamt abführen. Jetzt soll der Mann 4.000 Euro Steuern nachzahlen und in Zukunft soll ihm deswegen auch die Erwerbsunfähigkeits-Rente gestrichen werden.
"Ich wollte doch nur Flaschen sammeln. Es kann doch nicht sein, dass ich zum Sozialfall werde, bloß weil ich zu ein bisschen Geld gekommen bin," so Lüning. Grund: Anscheinend hatte ein Finanzbeamter Lünings Buch "Mit Dosenpfand zum Wohnmobil" gelesen.
Der Mann verdient etwa 7.000 Euro im Jahr mit Pfandflaschensammeln, bei mehreren Großereignissen im Jahr sogar bis zu 13.000 Euro. Das veranlasste das Finanzamt zu der Forderung." 

Geister 

- Kehr, wat is? Wat flackers’e so nervös rum?
- Der FAUST hat zu mich gesach', ich wär kleingeistich!
- Ja un', wat reg'se Dich d'rübber auf, wat der Faust auf Dich sacht?!!
- Nur weil den seine Flamme 5 Zentrimeter länger is' als meine, muss der doch nich' immer so arregant zu mich sein, un' zu mich sag'n, ich wär'n Kleingeist.
- Dat meint der doch nich' so .... der meint dat nur in den übertragenen Sinne!
- Ach so. Na dann is gut. - .... ?! .... !! .... ?? - Abber wat meinze damit, der FAUST meint dat nur in den übertragenen Sinne?
- Der meint, du bist'n Kleingeistigen. Du bis einfach nur blöd, plemmplemm, nich' richtich in Dein Kopp. Dat meint der. Mehr nich'!!
- Nur dat? Nur dat ich doof bin?! Nich' datt'ich zu klein bin? Echt, nur doof?!
- Kehr ja, der meint nur dat'te bisken doof bis!! Dat ist doch nich so schlimm. Un' dat stimmp doch auch!
- Is' villeich nich' so schlimm, aber gut is dat doch auch nich', odder?!
- Nu' mach ma halblank. Wat hasse denn widder angestellt, dat der FAUST so wat auf Dich sagen tut?
- Ich hab nur gesach', dat der Mode-Heiteitei, der unt'n anne Ecke von den Alstadener wohnt, sein Grapstein seit zwei Woch'n einen ganz lilanen is'!
- Nä, echt? Is' dat wa'? Der hat'n lilanen Grabstein?
- Ja, Mann. Ers' war der wie alle! Weiß'e so wie früher die klein Kohlens ... weiß'e Mutterklötzkes! Schwarz mit bisken melliert drin. Abber letzens, nachts, als ich spät noch dein Landwehrflämmchen mit den GruftiGlutAnzünder gekuck hab, da kuck'ich so, …, un da is der Stein von den Mode-Heiteitei peelötzzlich gaaaanz LILLA!!!
- Hömma, Du hass' Hulluzonen von den Melissengeiss!
- Nä, happ'ich nich. Kannz doch selps gleich kuck'n geh'n!
- Scheiße abber auch, is schon zu früh. Ich muss in'ne Urne und Du in Dein Aschenbecher sonz müss'n wir uns der ganze Tach wieder in so'ne leere Graplich'hülse versteck'n. Sach mich nur noch schnell wie der heiß, dann kuck'ich Morgen.
- JOOP!
- Nä, Du bis wirklich beklopp!
- Doch, ich schwöre bei mein Mutter der Omma ihr'n Großmutter - da steht JOOP!

Na, meine lieben Leserinnen & Leser ... glaubt Ihr das?... ? ...  Auflösung Morgen.

23.11.2014 Der Fährmann von Alstaden und Heinz ist sauer auf den Totensonntag


Aus dem Buch 'Alstaden', 1998, hrsg. Bürgerring Alstaden

Ziemlich fair von dem Fährmann damals, wie oben auf der Inschrift zu sehen. Für zwei Pfennige quer über die ganze Ruhr. Umgerechnet knapp 'n Cent heute. Von Ruhrufer zu Ruhrufer ... oder heißt es Uhr-rufer? Na, ich weiß nicht mehr, liegt wohl am Schwanken des Nachens in den Wellen der Ruhr. So ein Fährmann war ja schon immer etwas Besonderes. Kennt man ja aus der Mythologie. Der Nachen über den Acheron. Oder der Fährmann Charon, der die Toten über den Styx in den Hades brachte. Sicherlich nicht für 2 Pfennige. Bestimmt umsonst?! Also noch billiger als der faire Faihrmann oben. Vielleicht stammen daher ja der Ausdrücke: 'Faire Preise' oder 'Der Tod ist umsonst'. Dabei ist er das ja eigentlich gar nicht, der Tod, umsonst, meine ich; denn wie ich schon in diesem Blog schrieb, verdienen sich Heisterkamp und Partner ja goldene Nasen am Tode des Anderen. Bisschen sarkastisch könnte man sagen: So ist das Leben! Im Gegensatz zum Tode, dem das Gold nun gar nichts mehr bedeutet. Das war dann wohl hier das Wort zum TotenSonntag.

- "Tach Heinz."
- "Tach Kalle."
- "Heut' iss Tot'nSonntach, Heinz."
- "Kehr Kalle, dat weiß'ich, vadammp!"
- "Hömma, wat bisse denn widder so krawitzich? Is' Dich 'n Selters übbere Leber gelauf'n?"
- "Apopo Selters, gipp mich schnell 'n Schluck aus Dein Flachmann für um auße Deperesson zu komm'!"
- "Bisse denn von den Tot'nsonntach so deperemiert? Du biss' doch sonz nich' so'n GehfühlzHeini?!!"
- "Datt wärs Du an meine Stelle auch, Kalle. Gerda hat gestern der ganze Tach auf'n Alstadner Friedhof die Gräbers von unsere Elters gemach', un' ich musst' in mein AOK-Schopper da sitz'n un' glotzen, wie dat Gerda mit'ti kleine Harke un' so'n FridhofsSchüppken da stundenlank rummacht."
- "Is' doch schön, Heinz, wa'se an'ne frische Luff für Deine Gesuntheit!"
- "Kehr Kalle, so'n Stuss un' datt aus Dein persönlich'n Munt in meine höch's'persönliche Geg'nwa'at: Ers'enz war'et aaschkalt auf'n Friedhof; zweitenz happ'ich an mein Pinnockio so gefror'n dat der Lümmel mit mein Prossata zusamm'n in'ne MännersTena gepullert hat; drittenz hatt'ich Krämpfe in den Gedärms un' konnt' nirngswo Scheißen; un' viertenz, un' dat is' übberhaupp den Gipfel von dat Ganze, wa's Du mit Dein Flachmann nich' da, für mich zum auße Predullje zum helf'n. Also hömmich bloß auf mit Dein bestusst'n Tot'nsonntach!!"
- "Du armen Heinz, hier nimm'noch'n Schluck von den Feuerwasser, damit'te widder auf'e Beine kommps'."
- "Ich bin gelämp' Du Aaa'sch, dat weiße doch genau. Getz mach' hier bloß nich' zwisch'n uns die Inkluson kaputt, Du ollen Kanisterkopp!!"

28.10.2014 Punkt 24 Uhr auf dem Friedhof und Kalle und Heinz wollen Geister werden

Vermessungspunkt auf dem Friedhof Alstaden
Punkt!! Da ist er. Der Punkt. "." Der Vermessungspunkt. Mitten auf dem Alstadener Friedhof zwichen Flockenfeld und Heiderhöfen ist dieser Vermessungspunkt so vermessen, einfach auf dem herbst-rauen Boden dort herumzuliegen. Meist unbeachtet von den andächtigen, grabpflegenden Friedhofbesuchern. Aber zur mitternächtlichen Stunde ist er sehr geschätzt von den in Ewigkeit Ruhenden zur Orientierung im raumzeitlosen Universum ihrer fortwährenden Abwesenheit. Hier treffen sie sich. Die ruhelosen, halloweenen Geister, um des Nachts ihren verwesenden Schabernack zu treiben und um immer wieder erneut zu versuchen, die unmöglichen Eckpunkte der unbegreifbaren Ewigkeit zu vermessen.

- "Tach Heinz."
- "Tach Kalle."
- "Macht der Blutdruck, Heinz?"
- "Zu hoch, Kalle."
- "Hömma, an'ne richtige Stelle, kann so'n ordentlich'n Blutdruck doch ganz schön sein?!"
- "Wie meinz'e dat, Kalle??"
- "Kehr Heinz, bis'su schwer von Kappee. Ich mein' an Dein Moppet! Da 'n or'ntlich Druck un' app dafür!!"
- "Ja, abba genau da happ'ich dä nich', dä Druck. Da is'ser hängelich, schlappich, niedrich."
- "Wo has'se der denn?"
- "In'ne Pumpe un' in Kopp."
- "Un' wat sach'der Dokter, Heinz?"
- "Kein Assbach! Kein Stumpen!"
- "Un' getz?"
- "Wat: Un' getz, Kalle?"
- "Kehr, wat mach'se getz, Heinz?"
- "Assbach! Un' Stumpens! Dat mach'ich!!"
- "Un' wennze davon stirps'?"
- "Dann bin ich alle, Kalle!!" 
- "Kumma, wir machen dat so Heinz: Ich sauf weiter für mein prognosziert'n Leberschaden un' Du für Dein Schlaganfall. Un' wenn wir dann in'ne Kiste auf'n Alstadener Friedhof lieg'n, treff'n wir uns nach's als Geisters an der Vermessungspunk', zieh'n durch Alstaden, un' erschreck'n die geile Keulens, wenn die mit so'n lufftich Püschama in'ne Pofe lieg'n."
- "Abba Kalle, ich kann doch nich um'me Häusers zieh'n, ich bin doch ap der Pinnockio appwärz gelämp, un' der Schopper kommp' doch nich' mit in Grap?!"
- "Kehr Heinz, alz Geist tu'ße doch schweb'n. Da brauchs'e kein AOK-Schopper mehr. Da brauchs'e nich'ma' Füße! Da schwep'se, un' schwep'se, un' schwep'se ... wie auf Wolke sieb'n!"
- "Kalle, Du bis'n echt'n Kumpel. Tu mich schnell 'n Schluck von dein Flachmann für zum Üb'n von schön sterb'n."
- "Wat'iss ein'tlich mit'ti Oargassmusssockens, Heinz??"
- "Happ'ich feddich, Kalle. Erzähl'ich Dich die Tage!"

15.09.2014 Auferstehung und Ewigkeit und Heinz, der Atheist

Alstadener Friedhof


FELD 9. Wer hier feld, ist schon ziemlich tief gefallen. Jedenfalls so tief, dass er so leicht nicht mehr aufsteht. Was nicht heißt, dass er in fernen Zeiten, zum Beispiel "in aller Ewigkeit", nicht doch wieder aufersteht ... und zwar ewig, aus dem Feld 9, wieder aufersteht und dann dort vielleicht ewig steht ... auf diesem Feld und das so gut wie neu(n). Na ja, so ganz neu ist dann der Körper natürlich auch wieder nicht. Aber die Seele, die ist neu. Von den Sünden rein gewaschen und ziemlich geläutert sozusagen. Und dann tritt der Gottesfürchtige vor seinen Herr Gott und der Atheist tritt vor sein Nichts. Ach nein, der Atheist steht ja noch nicht einmal auf. Der ist sozusagen der Langschläfer, der Ewigschläfer unter den Toten. Aber die meisten der gottgläubigen Übergangsschläfer erheben sich oder werden erhoben, und obgleich sie das wissen, dass sie einst auferstehen werden, ja dass sie mit Sicherheit auferstehen werden, so wollen sie doch jetzt noch nicht ins Feld 9 gehetzt werden. Und genau deswegen steht auf dem kleinen, schwarzen Gefährt, dem letzten Gefährt des Grauens und des Lebens: Hetz mich nicht!

- "Un' getz'?"
- "Wat?: Un' getz?!?"
- "Ich mein, Heinz, wat mach'se, wenn nix mehr is'?!?"
- "Et iss abba doch imma noch wat.! Zum Beispiel is' immer noch Luff in die Reifen von mein AOK-Schopper!"
- "Kehr Heinz, ich mein' wennze abgenippelt bis, un die mit'ti kleine schwatte Nuckelpinne da ob'n aufn Fotto Dich zu den Loch von Feld 9 aufn Alstadener Friedhof gebrach' ha'm. Wat dann?"
- "Hömma Kalle, wat soll dann sein? Dann is nix! Dann is überhaup' nix mehr. Dann is allet alle! Für mich is dat egal, Kalle. Denn ich bin Attiss."
- "Quatsch, Heinz, du sitz mi'te Lähmung in Schopper, du bis doch kein Artis'!"
- "Nich' Arrtis'!!, Du Dummdödel ... Atte'iss! ICH BIN ATTE'ISS!! Dat heiß': Ich glaup' nich an'ne höherre Instanz in den Leben."
- "Abba wennze abgenippelt bis, dann bisse doch nich'mehr in Leben"!"
- "Ebendt, Kalle, ebendt mit "dt". Hasse dat getz endlich kapiert? Dann is ebendt auch nix mehr. Allet wech. Futschikato! Nadda! NIXito!"
- "Abba warum steht dann in dein Testement, dat der Schopper mit untere Erde soll? Wenn nix mehr is, dann brauch'se den doch auch nich' mehr für nach'e Auferstehung."
- "Wieso kennz'u mein Testement, Kalle?"
- "Hat mich dein Gerda gezeich'."
- "Vadammp! Die blöde Olle!" ..... "Kalle, kom'ma runner mit dein Ohr ganz dicht an mein Munt, ich muss dir gaaanz leise wat heimlich sagn: Mein Schopper glaup an'ne Auferstehung!

25.08.2014 Baumstumpf Gesundheit Lunge Passelacken und Erwin

Baumstumpf Ecke Maybachstr / Benzstr

Da steht er Stum(m)pf. Der Baum. Der Stubben! Immer mehr von den alten Bäumen müssen weichen. Seien es Buchen, Platanen oder Eichen. Der Alstadener kann nur hoffen, dass es hier nicht so abläuft wie im Marienviertel. Da hat man vor Jahren ganze Straßenzüge ihrer Platanen beraubt. Aber auch im Alstadener Viertel werden immer mehr Bäume bis auf Stümpfe heruntergesägt. Sowohl in den privaten Vor- oder Hinterhofgärten als auch im öffentlichen Raum, wie zum Beispiel hier auf'm Fotto zu seh'n. Da, wo getz nur noch'n Stumpf geblieben is', stand ma'n riesigen, grünen Baumapparillo auf'e Ecke.

- "Mensch Erwin, sachgetzaumawat dazu!"

- "Ich sach immer für meine Olle, dat Gerda: 'Gerda. Schnubbelmäusken, hömma! ... kuckma! Ers machen'se die Bäume app un' dann machen'se uns alle. Zack, Rübe weck, un' app dafür! Allet wat alt is', bisken krumm gewachsen is' odda von'ne viele Maloche 'n krummen Puckel hat, machen se klein un' tun'se im Müll rein odda auf'n Alstadener Friedhof. Wir wer'n immer weniger un' die Passelacken immer mehr", sach ich für mein Gerda immer. Mitti Bäume is' genau so. Die wer'n immer wenijer un der scheiß Petong immer mehr. Dabei brauch'n wir de Bäume doch für'e Luff un' für der gute Sauerstoff un'so. 
Die Bäume sin'doch irnxwie de Lunge in'ne Stadt. Ich happ in'ne BILD ma jelesen, dat die aus den Kohlendixüd still in Dunkeln über nachts wie aus nix der schöne Sauerstoff machen, der wir zu unsern Leb'n nötich brauchen tun. Un' wenn die Bäume nich' mehr in'ne Lunge von'ne Stadt sind, dann hört sich dat so an, wie dat Pfeifen bei den Willi aus'n Seniorenheim sein Assma in'ne Staublunge. Wenn die Blödmänner hier so weiter mach'n, pfeift unser Alstaden irnxwann sozusaren aus den ganz letzten Loch. Da kannze abba für, menschenskinder! - So Gerda, getz schieb mich ma zum Luff holen mit mein AOK-Schopper unter der große Baum in'ne Schalottenstraße. Wer weiß wie lange et dem noch gib!?!"