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02.12.2014 Weihnachtsmarkt in Alstaden & der fleischgewordene Weihnachtsmann und Kalle versucht die Jugendsprache

Fensterstern zur Adventszeit in Alstaden
Ein Weihnachts-Fensterstern in Alstaden. Er leuchtet in der Adventszeit hin zur Weihnachtszeit. Zum Adveniat. Möge er kommen ... sie aber auch endlich'ma', fügt schnell noch der Weihnachtsmann fleischgenüsslich an. Denn auch er, der Weihnachtsmann, ist zunächst Mann und dann erst Weihnachts- ... auch wenn das sprachlich ein wenig anders aussieht! 
Die Alstadener rennen nun hin: Zur-alles-wird-gut-Zeit. Es ist der 2. Dezember und auch hier in Alstaden sieht man die Menschen sich rüsten und hetzen zum feiern von tannenbaumgrünen Weihnachtsfesten. Und die damit verbundenen Leiden & Pflichten und die dabei unausbleiblichen Schwierigkeiten und der Ärger oder gar Zwist in der Familie ... lasten schwer. Sind aber jetzt am 02.12.2014 wohl noch ferne Zukunft.
Weine glühen auf Märkten und mit ihnen die Wangen der Menschen, die bisken frierend aber glücklich von ihm getrunken haben. Jetzt noch sind sie glücklich und herzüberquellend redselig, eben vor dem mit Notwendigkeit folgenden Magengrimmen und Kopfweh.
Schade, dass es einen solchen Weihnachtsmarkt nicht im Stadtviertel Alstaden gibt. Nur einen kleinen, einen ganz kleinen z. B. auf dem Fröbelplatz, um ein wenig von der Vorweihnachtszeit in die Straßen eines alten, traditionellen Bergarbeiterviertel zu tragen. Auch wir hier in Alstaden wollen ALLES: Zimtduft, Glühwein; Tannenbäume, rote Wangen, Kopfweh und Magengrimmen & Alka-Seltzer aus der Apotheke von'ne Bebelstraße.

- "Tach Heinz."
- "Tach Kalle."
- "Wat geht app, Ollen?"
- "Sach'ma, wat soll dat mit so'ne blöde Frage?! Bis'se getz widder 20 Jahre, Du Dullmann sein BlödGehilfe? Odda has'se der ganze Flachmann schon in der Kopp, ohne mich wat appzuge'm?!"
- "Nä, ich wollt dat nur ma' versuch'n. Wie der Ulligen von mein Sohn. Der sacht letzens zu mich: 'Tach Oppa, wat geht app, Ollen?'"
- "Un den hasse nich gleich ein hintere Blumkohloahrn gezisch', Kalle?!" Kehr den hätt'ich abba gegeb'n! Wo bleib' der Respeck gegen Alter?!"
- "Wat bisse denn so aggeressiv, Heinz?"
- "Gibb mich schnell von Dein Flachmann, Kalle, happ'e Grippe; un' dat Gerda hat gess'ern A'mdt gaanz laut Schlappschwanz auf mich gesach. Un' zwa' in alle Deutlichkeit!"
- "Hier hasse, ich geh dann ma besser?!"
- "Ja, mach' app!"
- "Tschüss Heinz!"
- "Tschüss Kalle! Bis Morg'n!"

12.11.2014 Der matschige Martinszug der städtischen KITA in Alstaden und Kalle erklärt Heinz das Lichterfest und Heinz kontert mit der Monstranz

KITA-Martinszug durch den Ruhrpark in Alstaden
Sankt Martin: Wie jedes Jahr, teilt der ehemalige römische Soldat, auf seinem Pferd sitzend mit dem Bettler seinen Mantel, reitet davon und wird später dann ein bisschen heilig. Diese Szene wurde und wird dann immer wieder nachgestellt. Die Kinder fackeln & laternen bunt durch die Nacht. Eine Blaskapelle bläst dazu "Lateea'rne, Lateea'rne ... Sonne, Mond und Steea'rne ...." Sie singen das aus vollen Kehlchen (also Martinskehlchen, keine Rotkehlchen) und die Erwachsenen, insonderheit die Männer, brummen anheimelnd und beruhigend die bekannten Melodien mit. Nach einer halben Stunde hat der fiktive ReitersMartin das lodernde Feuer erreicht und teilt wie schon geschrieben seinen mittels Druckknöpfen zusammen gehaltenen Mantel. Der 'Lichterzug' findet damit sein Ende und die Kinder trotten fröhlich an den Händen ihrer Eltern nach Hause. Köpfen den Weckmann, stecken sich die obligatorische weiße Tonpfeife in den Mund und sind nun ein Jahr erwachsener als im Jahr davor.

Ja, so sollte es eigentlich sein. 

Aber so war's gestern leider, leider nicht beim Martinsumzug der Städtischen KITA in Alstaden. Wir, Kinder und Angehörige, stapften durch den Matsch über stockfinstre Pfade eine Runde im Ruhrpark herum. Eine Blas-Kapelle zur Begleitung von Kinder- und ErwachsenenGesang war nicht dabei. Der Martinsszug zog stumm und stumpf seines morastigen Weges. Verhalten gesungen wurde nur an den zuvor festgelegten Haltepunkten; begleitet von dem kaum hörbaren Geschrammel einer aus dem Dunkel eher molltönenden Klampfe. Die Erwachsenen sangen dann dort die Martins-Lieder von den pergamentenen und beschrifteteten Seiten kleiner Handlaternen ab. Fröhliche Kinderstimmen waren kaum zu vernehmen. Das alles glich mehr einer Nacht-Walkingübung in schwerem Gelände für Groß & Klein. Einen Martin hoch zu Pferde gab es nicht. Damit natürlich auch nicht das gerade für Kleinkinder so wichtige, sinnbildliche Schauspiel des gütigen, barmherzigen Martin, der seinen Mantel mit dem Bettler teilt. Nach mehr als einer Stunde hatte man den Sankt Martin endlich zu Tode gelatscht. 

- "Tach Heinz."
- "Tach Kalle."
- "Hömma Heinz, wat hälze von die heutige Martinszüge?"
- "Wieso, fahr'n die denn widder? Ich denk der Weselsky streik'?"
- "Kehr Heinz, bis'se heut abba widder witzich, ey?! Sach ma' ährlich, wat hälze von die?"
- "Hömma Heinz, mit den AOK-Schopper fahr' ich da doch nich' mehr mit. Früher bin ich noch neben den Ulligen von mein Neffen mitgerollt, getz intressiert mich nur noch die Martinsganz, die dat Gerda so lecker braten tut. Un' dann dä Rotkohl mit dabei!" 
- "Has'se auch gehört, dat man auf der Martinszuch weg'n der Mikranten, Islamer un' die Muslimer ga' nicht mehr Martinszuch sag'n daa'f?"
- "Un' wie heiss' dä Zuch getz?"
- "Damit dat nich mehr religisös klink', sagen die getz immer 'Lichterfest' oder so dadrauf."
- "Un zu'e Monstranz sag'n die dann betimmp bald in'ne Kiarche: 'Zeigegerät von heiliget, weißet Esspapier'. Kehr Kalle, die ha'm heut doch alle ein'n an'ne Klatsche!"
- "Wo'ße Rech' hass', hasse vadammp Rech', Heinz!"
- "Kalle, gipp' mich schnell von Dein katholisch'n Flachmann mit den schaa'fen heilige Geiss' drinne, sonz kieg'ich Migrazonblähungs!"

23.09.2014 Hausarzt in Alstaden und Heinz und Kalle ihr'n Prostata und die wundersame Heilung

Alstaden Ruprechtstraße
Auch wenn das Schild auf den ersten Blick suggeriert, dass der darauf ausgewiesene Allgemeinmediziner den möglichen Patienten "um die Ecke bringen" will, ist das mitnichten der Fall. Es ist nur die knappe und gesundheits-wegweisende (wie man heute sagt: ikonografische) Aufforderung, doch beim Anblick dieses Schildes noch ein klein wenig weiter - eben um die Ecke - zu gehen, um dann bei Dr. Müller sein Heil zu suchen und letztlich die Gesundheit wiederzufinden
Hier praktizieren Vater & Sohn. Und aus eigener Erfahrung kann ich hinzufügen, dass die beiden Müllers außerordentlich gut praktizieren. Sie sorgen kompetent, einfühlsam und effizient für ihre Patienten. 
Diese Praxis ist eine der traditionellen Alstadener Hausarztpraxen, in der sich der Alstadener nicht nur durch die verständnisvolle Behandlung der beiden Ärzte, sondern auch durch die Hilfsbereitschaft des begleitenden Personals aufgehoben fühlt. Es ist keine Praxis, die durch modernistischen Schnickschnack glänzt und zugleich stört und vom Wesentlichen, nämlich dem Hilfesuchenden ablenkt. NEIN!, diese Praxis ist eine bodenständige Praxis! Ausgerüstet mit den notwendigen, technischen Geräten, die der Arzt im Zuge der Patienten-Behandlung benötigt. Diese Praxis glänzt eben nicht durch technischen und innenarchitektonischen Firlefanz, sondern durch heilende Nähe, Menschlichkeit und die unbedingte Bereitschaft medizinisch und zuweilen psychologisch (auch das beherrscht ein guter Hausarzt) zu beraten und zu helfen. 
Also, Ihr Alstadener - gerade jetzt im Herbst - bei Schlimmerem als einem Schnupfen gleich ab um'me Ecke zu die Müllers; denn 'hier werden Sie geholfen'!

- "Kehr Kalle, letzens hatt'ich widder so staak Prossata."
- "Hömma Heinz, dat is in unern Alter nu'ma so. Da hasse Pullermanns Druck in'n Apparillo, geh's auf'n Boiler, setz'ich extra auf'e Brille, damit'te hinterher nu ja kein Zoff mi'ti Olle kriss, un' waatess' ne halbe Stunde bisse wie so'n undicht'n Wassahahn aus'etröpfelt bis. 
- "Ganz'enau'so isset Kalle. Du sprichs mir aus'se tiefs'e Seele. Letzens hap ich dabei alle Kachelns an'ne Wand geg'nübber von den Lokus gezählt. Sin' 298 Stück. Un alz'ich imma noch nich feddich wa, hap'ich noch dat Muster von'ne Zierpordüre zwischen de Kachelns auswendich'elernt! Kehr, dat hälze in Kopp nich' aus! Un Gerda keiff' auch noch: Wat machs'u ollen versaut'n Schleimbeutel so'ne Ewichkeit auf'e Twalette? Geh zu unser Hausarz, der macht'ich dein Moppett widder flott!'"
- "Un' Heinz, bisse hin?"
- "Jau! Gerda hat mich mit mein AOK-Schopper hinjeschob'n un' is' dann weiter zur'ee Maaktraße Knöpkes kauf'n"
- "Fühlz dich getz besser, Heinz?"
- "Jau un' wie! Dä Dokter hat mich'e Hand aufjeleg' un jesacht: 'Steh auf mein Sohn, nimm Deinen Rollstuhl ...?!! ...  un' verpiss Dich'" 
- "Nä Heinz, is' nich möchlich?!"
- "Doch, wenn'ich doch sare."
- "Un'dann?"
- "Dann Kalle, bin ich schnell mit'n Behindert'nTaxi na' zu Hause un' hap gepullert wie'n Ellefantt. Länger alz'e Minute brauch' ich auf'n Lokus nich' mehr, un' mein Strahl is' alz wär ich widder 40!"
- "Zu den Dokter muss'ich auch!"
- "Kalle bei dich hilf' dat nix mit der Spruch von den Dokter." 
- "Wieso dat denn??!!"
- "Weilze nich' an'ein AOK--Schopper gefesselt bis, Kalle. Ers'musse'ma gelämp' sein, dann ers' wirß'e geholf'n! Dat kannze sogaa in'ne Bibel les'n!!"