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11.11.2014 Die Ausbeutung des Kumpels in Alstaden und Heinz klärt Kalle darüber auf, dass in der Flaßhofstraße schon die EU-Richtlinie 'Einschlitztoaster' praktiziert wird


Gedenktafel im Park an der Behrensstraße
Protegohaube im Park an der Behrensstraße


Die Zeche zahlen immer die anderen. Damit ist eigentlich nichts Gutes gemeint. Obgleich es ja zuächst so scheint: Man selbst verzehrt und ein anderer zahlt. Ist doch gut, oder? Genau so war's hier in Alstaden mit der Zeche Alstaden. Aber hier zahlte der Arbeiter, der Bergmann, der Kumpel die Zeche. Und er zahlte sie exakt 116 Jahre lang, von 1857 bis 1973, in etwa 650 Meter Tiefe oder Teufe, wie es auf Bergmännisch heißt und auf dem abgelichteten Schild zu lesen ist. Er, der Bergmann, zahlte sie mit seinem Leben - diese Zeche -, mit seiner Arbeitskraft und zuletzt mit seinem Arbeitsplatz. Die RAG (in englischer Sprache bedeutet "rag" = Lumpen) ... also diese Lumpen der ehemaligen Ruhrkohle AG vernichteten die Arbeitsplätze der Kumpels. Richteten sie zu Grunde, stürzten sie in die wirtschaftliche 'Teufe'. 
Aber die Kumpels und mit ihm die Alstadener richteten sich wieder auf. Sie er-richteten mit Hilfe der Bürgerring-Initiative Wohnsiedlungen über den ehemaligen Bergwerken. Und ver-richten seit dem Niedergang des Bergbaus nun zeitgemäße Arbeiten und Handwerke. Die letzten Zeichen der früheren 'flammenden' Liebe zum Bergbau, der so viele Arbeiter kläglich ernährte und nur Wenige (die Bonzen & Politiker) reich machte, sind die Protegohauben (siehe Abbildung) auf den Wiesen über den still gelegten Schächten. Die Bergwerkbesitzer verzehrten den Profit - und der einfache Kumpel zahlte deren Zeche mit der Währung: Lunge. Staublunge. 
Mit einigen dieser betagten Kumpels kann man sich heute noch im Wilhelm-Meinicke-Haus an der Behrensstraße über den Niedergang des Kohlebergbaus in Alstaden unterhalten. Und man hört ihre geschädigte Lunge rasselnd dazu "Glück auf" auf dem Bergarbeiter-Emphysem pfeifen. Dem einzigen Instrument, das jeder Kumpel ganz ohne Übungsstunden nach ein paar Jahren unter Tage wie aus dem 'effeff' beherrschte. 

- "Tach Heinz."
- "Tach Kalle."
- "Wat is' mit Dein Heizung, Kalle?"
- "Die läuf widder tipptopp. Allet schön wa'm widder an'ne Backens, un' Ulla brauch' in' Haus kein Liebestöter mehr für zum Anzieh'n. Hat auch so sein' Voarteile!"
- "Wat meinze damit?"
- "Kann'ich Dich nich erzähl'n, is zu unanständich."
- "Kehr, sach schon, Kalle."
- "Nä, sach'ich nich'! Du erzähl's mich ja auch nix von Dein Gerda un'ne Oargassmussmussockens."
- "Datt'is' ja für mein Gerda auch zu komperomertierent. Da brauch' ich noch'n bisken Zeit, um dat allet in'ne richtige Wörters für Dein kindlich Gehör zu tun."
- "Ma wat an'neres Heinz. Has'se dat auch in'ne BlödmannsBILD geles'n? Die EU will'ie Doppleschlitztoster appschaff'n. Die soll'n nur noch ein Schlitz ha'm!"
- "Dat ha'm die in'ne Flaßhofstraße schon lang."
- "Wie meinze dat? Schon bevor'e EU dat verlank?"
- "Hömma Kalle, die ha'm da alle nur ein Schlitz für richtich zun' Tosten."
- "Kehr Heinz, has'se da etwa scho'ma'n Toas' verschnabbeliert?"
- "Kla' Kalle, immer Donne'stachs wenn mein Gerda mit Dein Ulla bei die Tuppa-Mädels die Tuppadöskes sortier'n tut."
- "Getz happ'ch kappiert Heinz!! Du bis mich villeich' 'n gewieft'n Bischeck, ey?! Hier has'se 'n Schluck aus mein Flachmann, un Prossatta un' app dafür!"

31.10.2014 Alstaden wird entsorgt und Kalle will, dass Heinz der Marianne Vier die Orgasmus-Socken zur Verfügung stellt

Heiderhöfen / Amboßstraße
Heiderhöfen / Amboßstraße

Man sieht es ganz deutlich: Alstaden wird schöner. Und im Nachgang zur Verleihung des Bundesverdienstkreuzes an die langjährige, ehrenamtliche Vorsitzende des Alstadener Bürgerrings Frau Vier, deren Leitsatz stets war: "Alstaden soll schöner werden, um den Menschen einen angenehmen Lebensraum zu schaffen", könnte man nun sagen, dass WIR es HIER im ReVIER endlich geschafft haben, eine probate Vorrichtung für die hygienische Entsorgung der Beschaffungsscheiße überflüssiger Eigentumswohnungen zu errichten. Gemäß dem oben von Frau Vier zitierten Leitsatz muss "angenehmer Lebensraum" bezahlbarer Wohnraum bedeuten. Darum benötigen wir in Alstaden günstigen Miet-Wohnraum und keine Luxus-Eigentumswohnungen, die zudem den Nachbarn in ihren kleinen, traditionellen Bergarbeiter-Anreinerhäusern zukünftig den Blick verstellen. 

- "Hömma Heinz, wat sach'se zu dä ganze Luxus, der hier in unser Alstaden gebaut wird?"
- "Ja, Scheiße, sach'ich dazu, Kalle!"
- "Ich sach' ja immer, seit die flotte VIER von den Bürgerring in Alstaden hier nich' mehr dat Sagen hat, geht allet der Assbach runner. Is'set nich so, Heinz?!"
- "Da sprich's mir ganz auß'e tiefs'e Kumpels-Seele, Kalle. Abba wat willze mach'n?"
- "Du hass doch die Oargassmuss-Sockens feddich un' schon bei'n Gerda ausprobiert, villeich sollzeste dä Vier 'n paar schenk'n?!"
- "Wieso?"
- "Kehr, die kommp villeich' davon in so'ne staake Stimmung, dat die mit ihr'n Bunzverdienzkreis angedackelt kommp un' sofort de kappetalistichen BauVampire vatreipp!"
- "Dat is' mit'ti Sockens durchauß drin, Kalle."
- "Du wollz mir doch noch die Geschichte mit'ti Sockens un' dein Gerda weiter erzähl'n?!"
- "Hätt'ich schon länks, abba Du Hass'mich ja nich mit mein Schopper in'ne Flotte geschob'n!"
- "Ging doch nich', Heinz, ich hatt'doch Rück'n!"

08.09.2014 Alstaden-Putte Billigläden und Kalle und Heinz und die Tradition

Putte in Alstaden

Der eine Alstadener stellt sich einen Dummy auf den Balkon, der andere Alstadener setzt eine Putte auf sein Sims. Daran kann man, wenn man will, ablesen, dass der Alstadener sowohl der Tradition als auch der Moderne verhaftet ist. Nur hats die Putte etwas bequemer als zuvor der Dummy auf dem Balkon. Und vielleicht bedeutete das eben auch, dass es angenehmer ist in der verklärten Vergangenheit zu leben als in der rauen Gegenwart?! Und Gegenwart bedeutet, dass Alstaden ähnlich abgewirtschaftet, vernachlässigt, desintegriert, entmenschlicht und durch Ramsch-, Billigläden und Spielhallen entstellt wird wie das ehemalige, traditionelle Stadt- und zugleich Bürger- & Kommunikations-Zentrum Oberhausens rund um die Marktstraße.

- "Hömma Kalle, wie hälzet ei'ntlich mitte Tradizon?"
- "Tradizon is' meine Olle. Lieba is'mir'e Geg'nwart, die hat die schönere Backen an'ie richtige Stelle. "
- "Kehr Kalle, denxe denn immer nur an Schlampen un Möpse un all die Geräte?"
- "Nä Heinz. Nur wenn'ze danach frach's."
- "Hap'ich abba ga nich'."
- "Hätt'se abba gern'!"
- "Du ... ich doch nich' mehr ... ich bin doch'n alten Mann un an mein Schopper gefesselt."
- "Sisse, sach'ich doch, getz red'se ja schon widder von Sex, von FesselSex. Du ollen Tortenarsch."
- "Dat is' nur wegen dat Fotto mit den klein Engelken, dat nackich is'. Mensch komm' schieb mich entlich auf'e Maaktstraße zum Paselackenkötter zähl'n, damit'ste auf an'nere Gedankens komm' tus'."