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21.12.2014 Jahresende winkt: Bisken Rück- ... & …. Bisken Vorblick!! Und die Geister sind den Advent Leid.

Ehemalige Kneipe Ecke Diesel- und Windhukerstraße

Alstaden lebt. Das wurde letzthin noch in der kleinen Zeitschrift, die der Bürgerring herausbringt, behauptet. Das mag ja sein. 
Und das Alstaden immer atrraktiver geworden sei. Und viele junge Familien hierher gezogen seien. Auch das mag sein
Man siehts ja an mir. Ich bin auch mit 65 Jahren noch nach Alstaden gezogen! Und wer könnte jünger sein, als ein 65-Jähriger. 
UND Alstaden werde immer noch attraktiver werden. Das kann zwar sein, ... aber mir wird nicht so richtig klar, wodurch Alstaden in Zukunft noch attraktiver werden sollte. 

Na ja, bestimmt durch diese schnell hochgezogenen Häuser mit den teuren Eigentumswohnungen, die dann doch sehr desintegriert wirken zwischen all den traditionellen, kleinen Bergmannshäusken, die hier und da noch zu finden sind. Und die spätestens dann leer stehen werden - die Eigentumswohnungen meine ich -, wenn die Zinsen für die Anschaffungs-Darlehn wieder kräftig anziehen & die jungen Leute dann ihre Schulden nicht mehr abtragen können. 

In den USA nannte man das vor noch nicht so allzu langer Zeit. Immobilienblase. Aber lassen wir das ... um solch komplexe Finanzdinge zu erklären, ist dies Blog (noch) nicht der richtige Ort ...
.... apropos Ort .... man merkt es immer zuerst daran, dass ein Ort oder ein Stadtviertel sein Leben aushaucht, wenn die alten Kneipen dicht machen - wie hier diese auf dem Foto zu sehende Kneipe, Ecke Windhuker und Dieselstraße. Und wie ich mir habe sagen lassen, hat das Verblühen der Kneipenkultur in Alstaden schon vor einigen Jahren begonnen. 

Die Kneipen, die kleinen Bäcker, die lokalen Einzelhändler, dann die Buden anne Ecke und umme Ecke und dann der Alstadener selbst. All diese werden ausgespuckt wie der zähe Auswurf aus der klinisch gereinigten Staublunge Alstadens
Damit meine ich nicht die neu hinzu gezogenen, nicht die jungen Leute, die alles immer attraktiver machen! 

Damit meine ich DIE Alstadener, die noch A'ms' zu ihre Olle sage'n: "Du, ich geh'mich ma ebendt anne Ecke bei'n Kleine-Natrop 'n lecker Bierken trink'n ... in' Stündken bin ich widder zerrück!" 

Und dann geht er los ...?!?? - ??!?? - und der Kleine-Natrop is' auch scho'nich'mehr … 

Aber vor dem nunmehr attraktiven neuen Gebäude steht die attraktive junge Maklerin und bietet attraktive, top ausgestattete Eigentumswohnungen zu attraktiven Konditionen für attraktive Investoren an.  Na dann .... Adveniat VIER …
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Zwischenruf: Der Vatter kommt immer besser mit dem Tablet zurecht. Heute Morgen hat er nach dem Lesen des Blogs nach dem schwierigen Wort Kyrillisch gesucht & auch gefunden … nur die junge Frau sagte er, die Kyrrilin mit dem starken Waldschnaps, die hatt'er nicht gefund’n. Na, so'was abba auch?!!

Fenster im Kolumbarium


- Kehr bin ich froh, wenn eeentlich der Azwenns vobei is’! 
- Geht mich auch so. Immer kannze Sonntachs mitte Flamme auf so'n Azwennskranz rumhüpp'n. 
- Genau, der erste Azwennz is lankweilich, da bisse allein unterwech’s! 
- Der zweite Azwennz ging ja so. Da war'n wir ja zusammen, abber dat scheiß moderne Besteck war so unbekwehm. Da happ’ Ischinass inne Flamme bekomm’! 
- GEsteck! 
- Watt? Watt'is?! 
- Gesteck, et heiß nich' BEsteck. Et heiß' GEsteck! 
- Sach'ich doch ... war unbekwehm. 
- Am dritten hätt'et ja ganz schön werd’n könn'n, weil laut Azwennszkranzverordnung von 1975 da immer ein weiblichen Flammen-Ellement bei sein muss. Abber datt lustige Landwehrflämmchen is ja zu der Grufti appkommediert word'n .. un' wir hatt'n die neue Schniefnasenflammme an'ne Backe mit ihre Flackerflennerei! 
- Da sach'se watt! 
- Un heut ham'wer der gefriergetrocknete Joop noch dabei. 
- Nä, iss' wa'r? Kann der denn schon leucht'n?? 
- Ja, sieh'ße doch ob'n an der modisch'n Fenster, der üüb' doch schon seit paa' Tage. 
- Un’ dann der arregannte FAUST; der MelissenAa'sch, ewich mit seine Nuschelstimme: "Bitte vereinzeln (1. Advent), bitte Zweigruppen bilden (2. Advent), bitte flott, flott zu dritt (dritter Advent), .... un' heut: "Bitte alle verfügbaren Flammen sofort geordnet ins Karree, hopp, hopp! 
- Hör'auf, Kehr ... ich kannet nich mehr hör'n ... ich krich watt übber mich!!. 
- Ich freu mich schon auf Heilich A'md, wenn wir zwei widder der Komet machen tun. 
- Ich auch! 
- Abber Du muss mich versprech'n, datt'e die Maria nich' widder so unverschämp auf'e Möpse kuck'n tu's wie letz Jahr. 
- Kehr, da kommp bei mich ebendt noch'ma der flotte Flammerich von frühers durch … Nä ... nä, datt der Josef die nich' geknall.... 
- Schnauze getz!! 
- Hömma, is doch wa'r Mann, so'ne Verschwendung von'ne so’ne schöne Schnalle iss' bestimmp irnxwie ne VerSündigung an'ne ganze Chrissenheit?!!

11.11.2014 Die Ausbeutung des Kumpels in Alstaden und Heinz klärt Kalle darüber auf, dass in der Flaßhofstraße schon die EU-Richtlinie 'Einschlitztoaster' praktiziert wird


Gedenktafel im Park an der Behrensstraße
Protegohaube im Park an der Behrensstraße


Die Zeche zahlen immer die anderen. Damit ist eigentlich nichts Gutes gemeint. Obgleich es ja zuächst so scheint: Man selbst verzehrt und ein anderer zahlt. Ist doch gut, oder? Genau so war's hier in Alstaden mit der Zeche Alstaden. Aber hier zahlte der Arbeiter, der Bergmann, der Kumpel die Zeche. Und er zahlte sie exakt 116 Jahre lang, von 1857 bis 1973, in etwa 650 Meter Tiefe oder Teufe, wie es auf Bergmännisch heißt und auf dem abgelichteten Schild zu lesen ist. Er, der Bergmann, zahlte sie mit seinem Leben - diese Zeche -, mit seiner Arbeitskraft und zuletzt mit seinem Arbeitsplatz. Die RAG (in englischer Sprache bedeutet "rag" = Lumpen) ... also diese Lumpen der ehemaligen Ruhrkohle AG vernichteten die Arbeitsplätze der Kumpels. Richteten sie zu Grunde, stürzten sie in die wirtschaftliche 'Teufe'. 
Aber die Kumpels und mit ihm die Alstadener richteten sich wieder auf. Sie er-richteten mit Hilfe der Bürgerring-Initiative Wohnsiedlungen über den ehemaligen Bergwerken. Und ver-richten seit dem Niedergang des Bergbaus nun zeitgemäße Arbeiten und Handwerke. Die letzten Zeichen der früheren 'flammenden' Liebe zum Bergbau, der so viele Arbeiter kläglich ernährte und nur Wenige (die Bonzen & Politiker) reich machte, sind die Protegohauben (siehe Abbildung) auf den Wiesen über den still gelegten Schächten. Die Bergwerkbesitzer verzehrten den Profit - und der einfache Kumpel zahlte deren Zeche mit der Währung: Lunge. Staublunge
Mit einigen dieser betagten Kumpels kann man sich heute noch im Wilhelm-Meinicke-Haus an der Behrensstraße über den Niedergang des Kohlebergbaus in Alstaden unterhalten. Und man hört ihre geschädigte Lunge rasselnd dazu "Glück auf" auf dem Bergarbeiter-Emphysem pfeifen. Dem einzigen Instrument, das jeder Kumpel ganz ohne Übungsstunden nach ein paar Jahren unter Tage wie aus dem 'effeff' beherrschte. 

- "Tach Heinz."
- "Tach Kalle."
- "Wat is' mit Dein Heizung, Kalle?"
- "Die läuf widder tipptopp. Allet schön wa'm widder an'ne Backens, un' Ulla brauch' in' Haus kein Liebestöter mehr für zum Anzieh'n. Hat auch so sein' Voarteile!"
- "Wat meinze damit?"
- "Kann'ich Dich nich erzähl'n, is zu unanständich."
- "Kehr, sach schon, Kalle."
- "Nä, sach'ich nich'! Du erzähl's mich ja auch nix von Dein Gerda un'ne Oargassmussmussockens."
- "Datt'is' ja für mein Gerda auch zu komperomertierent. Da brauch' ich noch'n bisken Zeit, um dat allet in'ne richtige Wörters für Dein kindlich Gehör zu tun."
- "Ma wat an'neres Heinz. Has'se dat auch in'ne BlödmannsBILD geles'n? Die EU will'ie Doppleschlitztoster appschaff'n. Die soll'n nur noch ein Schlitz ha'm!"
- "Dat ha'm die in'ne Flaßhofstraße schon lang."
- "Wie meinze dat? Schon bevor'e EU dat verlank?"
- "Hömma Kalle, die ha'm da alle nur ein Schlitz für richtich zun' Tosten."
- "Kehr Heinz, has'se da etwa scho'ma'n Toas' verschnabbeliert?"
- "Kla' Kalle, immer Donne'stachs wenn mein Gerda mit Dein Ulla bei die Tuppa-Mädels die Tuppadöskes sortier'n tut."
- "Getz happ'ch kappiert Heinz!! Du bis mich villeich' 'n gewieft'n Bischeck, ey?! Hier has'se 'n Schluck aus mein Flachmann, un Prossatta un' app dafür!"

25.08.2014 Baumstumpf Gesundheit Lunge Passelacken und Erwin

Baumstumpf Ecke Maybachstr / Benzstr

Da steht er Stum(m)pf. Der Baum. Der Stubben! Immer mehr von den alten Bäumen müssen weichen. Seien es Buchen, Platanen oder Eichen. Der Alstadener kann nur hoffen, dass es hier nicht so abläuft wie im Marienviertel. Da hat man vor Jahren ganze Straßenzüge ihrer Platanen beraubt. Aber auch im Alstadener Viertel werden immer mehr Bäume bis auf Stümpfe heruntergesägt. Sowohl in den privaten Vor- oder Hinterhofgärten als auch im öffentlichen Raum, wie zum Beispiel hier auf'm Fotto zu seh'n. Da, wo getz nur noch'n Stumpf geblieben is', stand ma'n riesigen, grünen Baumapparillo auf'e Ecke.

- "Mensch Erwin, sachgetzaumawat dazu!"

- "Ich sach immer für meine Olle, dat Gerda: 'Gerda. Schnubbelmäusken, hömma! ... kuckma! Ers machen'se die Bäume app un' dann machen'se uns alle. Zack, Rübe weck, un' app dafür! Allet wat alt is', bisken krumm gewachsen is' odda von'ne viele Maloche 'n krummen Puckel hat, machen se klein un' tun'se im Müll rein odda auf'n Alstadener Friedhof. Wir wer'n immer weniger un' die Passelacken immer mehr", sach ich für mein Gerda immer. Mitti Bäume is' genau so. Die wer'n immer wenijer un der scheiß Petong immer mehr. Dabei brauch'n wir de Bäume doch für'e Luff un' für der gute Sauerstoff un'so. 
Die Bäume sin'doch irnxwie de Lunge in'ne Stadt. Ich happ in'ne BILD ma jelesen, dat die aus den Kohlendixüd still in Dunkeln über nachts wie aus nix der schöne Sauerstoff machen, der wir zu unsern Leb'n nötich brauchen tun. Un' wenn die Bäume nich' mehr in'ne Lunge von'ne Stadt sind, dann hört sich dat so an, wie dat Pfeifen bei den Willi aus'n Seniorenheim sein Assma in'ne Staublunge. Wenn die Blödmänner hier so weiter mach'n, pfeift unser Alstaden irnxwann sozusaren aus den ganz letzten Loch. Da kannze abba für, menschenskinder! - So Gerda, getz schieb mich ma zum Luff holen mit mein AOK-Schopper unter der große Baum in'ne Schalottenstraße. Wer weiß wie lange et dem noch gib!?!"